NETZ UND TRENDS

Strukturierte Gedankenblasen

Ich denk mal … Und dann? An dieser Stelle lässt sich gut ein App aufrufen, das weiterhilft. Das iThoughts HD iPad-App verknüpft in klassischer Mindmapping-Manier schwebende Gedankenblasen …

... zu nachvollziehbaren Überlegungsstrukturen. Prima und praktisch ist die Versendefunktion via Email. Der Gedankenbaum wird zu einer Auflistung portiert, die wie ein Ergebnisprotokoll formatiert ist. Ein aufwändiges Übertragen in Textprogramme entfällt. Im Idealfall schließt man im Meeting über den „iPad Dock Connector“ das iPad an einen Beamer an, exportiert das Dokument auf Dropbox- oder ähnliche Services und die mindmaps lassen sich gemeinsam bearbeiten. Für 7,99 € kann man diese Anwendung im App Store herunterladen.

Mal schnell summiert

iPad Nutzer merken schnell, dass da doch etwas fehlt – der Taschenrechner. Seit September ist der calculus doodlus für
0,79 € für iPad und iPhone verfügbar, der für den Anwender der Grundrechnungsarten eine schöne Zusatzfunktion bereithält.

Alle eingegebenen Zahlen bleiben auf dem Bildschirm sichtbar und können sogar mit einem Fingertap kopiert und wieder in die Eingabezeile kopiert werden. Man kann gleich mehrere Seiten erstellen, auf denen sich unabhängig voneinander rechnen lässt – und mit einem einfachen Fingerwisch hin und her wechselt.
Der untere Bereich des Taschenrechners lässt sich in den Einstellungen farblich anpassen. Dort gibt es auch eine Option zum Justieren der Handschrift. Künstlerisch begabte Nutzer können die einzelnen Zahlen nach ihrem Geschmack gestalten und dann verwenden.

ERFAHRUNGEN UND ERFOLGE

Alphamännchen-Alarm?

Der Chef leidet besonders, denn, so die SZ, bei Pavianen hätten Alphamännchen die höchsten Stresswerte, was kaum verwunderlich sei, müssten sie doch ihre Position nach unten hin verteidigen. Lassen sich hier Bezüge zur modernen Arbeitswelt entdecken?

Stress hat einen Januskopf. Positiver Stress kann beflügeln, kann förderlich sein für Gesundheit und Wohlbefinden. Negativer Stress schlägt auf die Gesundheit. Studien an britischen Beamten zeigen, dass höhere (glückliche) Beamte ein geringeres Risiko haben, an Herzinfarkten oder Magengeschwüren zu erkranken, als gleichaltrige Untergebene. Man kann diese Studien infrage stellen, denn wie will man wissen, ob Glücklichsein und Hierarchieebene voneinander abhängen. Größeren Aufschluss gewähren hier Untersuchungen zur Lebenserwartung in unterschiedlichen Berufsgruppen, bei denen höhere Beamte zu den Berufsgruppen mit der höchsten Lebenserwartung zählen – abgesehen von katholischen Ordensleuten. Man erklärt sich die hohe Lebenserwartung mit dem geringeren negativen Stress, dem höhere Beamte ausgesetzt sind, mit der Sicherheit ihres Arbeitsplatzes, mit der Möglichkeit, Arbeit nach unten zu delegieren.

Ungesunde Sandwich-Position
Bei den Pavianen ist es anders, wie Forscher aus Princeton und Nairobi jüngst nachgewiesen haben: Dort leidet der Chef besonders, denn er muss seine Position und seine Weibchen gegen Nebenbuhler von unten verteidigen. Die Vorteile seiner Position – mehr Nahrung und mehr Nachkommen – bezahlt er mit einer höheren Produktion an sogenannten Glukokortikoiden und anderen Stresshormonen. Auch die rangniedrigen Tiere haben eine hohe Stress¬hormonproduktion, da sie den Schikanen der Ranghöheren ausgesetzt sind. Den geringsten Stress haben bei den Pavianen die Tiere auf „der mittleren Ebene“, allen voran der Pavian nach dem Anführer. Für Manager in Unternehmen gilt das nicht. Vor allem das mittlere Management befindet sich in einer ungesunden Sandwich-Position, denn die Manager müssen den Vorgaben von oben an die Mitarbeiter unten weiterleiten. Druck von oben, nicht selten Unzufriedenheit von unten – kein Wunder, dass mehr Stresshormone ausgeschüttet werden und der Cortisolspiegel ansteigt.

Gedämpfte Stressreaktion
Beruhigend zu wissen, dass zwischen einer Herde Paviane und einem Unternehmen doch Unterschiede bestehen. Trotzdem: Unternehmen sollten um die Belastungen im mittleren Management wissen und versuchen, diese abzubauen. So dämpfen etwa feste Strukturen und persönliche Wertschätzung, also Faktoren, die nichts mit Geld zu tun haben, die Stressreaktion. Und reduzieren damit Kosten durch Krankheiten und stressbedingte Fehlentscheidungen. Um es im modernen Denglisch auszudrücken: eine „Win-Win-Situation“ für Unternehmen und Mitarbeiter.

Das Phänomen BYOD

Im Zeitalter der sozialen Netzwerke verschwimmen die Grenzen zwischen Privatem und Dienstlichem immer mehr. Kaum verwunderlich, dass ein Phänomen namens BYOD zunehmend Einzug in die Unternehmenskultur hält – BOYD steht für „Bring your own device“, bring’ dein eigenes Gerät mit. Doch egal, ob es sich um Laptop, Macbook oder iPad handelt: Unternehmen, die BOYD anwenden, sind gut beraten, vorab einige Fragen zu klären.


Hier ist vor allem die Frage der Sicherheit zu nennen, da Unternehmensdaten oder sensible Daten auf jeden Fall geschützt sein müssen. Wie kann ein ausreichender Schutz dieser Daten auf Privatgeräten, die dienstlich genutzt werden, gewährleistet werden? Die Privatgeräte müssen über eine Mindestausstattung, ein Standardbetriebssystem und eine Standardsoftware verfügen. Letztere muss in identischen Versionen aufgespielt sein, um den Support zu erleichtern. Wichtige Daten liegen auf einem Server oder „in den Wolken“, keinesfalls auf der Festplatte der Geräte – auf diese Weise unterstützt also die Desktop-Virtualisierung die Nutzung von Privatgeräten im Job. Außerdem muss ein jederzeitiger Zugriff des Unternehmens auf die unternehmenswichtigen Informationen garantiert sein. Auch Haftungs¬schäden müssen geklärt werden, denn bisher haftete bei einem Ausfall in der Regel das Unternehmen. Eine Lösung bieten BYOD-Dienstleistungen von Hardware-Herstellern, die gezielten Support für den Einsatz von Privatgeräten im Job offerieren. In den Service Level Agreements (SLA) wird geregelt, wie die Privatgeräte gewartet werden oder wie schnell bei einem Ausfall oder Verlust Ersatz beschafft wird.

Rechtliche Fragen
Daneben stellen sich viele andere Fragen – zum Beispiel die nach Modellen für einen kostengünstigen Einkauf von IT-Geräten oder die nach der Höhe von Firmenzuschüssen zu Privat-PC. Auch steuerliche Fragen müssen geklärt werden: Muss der geldwerte Vorteil in Form eines Zuschusses versteuert werden? Lässt sich der Restbetrag über dem Zuschuss als Werbungskosten absetzen? Und wem gehören Software und Applikationen nach einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses? Unternehmen wie Arbeitnehmer sind also gut beraten, Vereinbarungen zu treffen, bevor die Beschäftigten ihre Privatgeräte für die Arbeit nutzen.

Keinesfalls auf eigene Faust
Gerade für kleinere Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung oder hauseigenen Justiziar gibt es flexible Lösungen, die die Umsetzung des BYOD-Prinzips ermöglichen. Hier ist die Virtuali¬sierung etwa in Form eines OS X Servers zu nennen: Die Unternehmensdaten bleiben im Haus und sind – unabhängig vom Endgerät – verfügbar. Günstiger sind Netzlaufwerke, auf denen alle Unternehmens- und Projektdaten gespeichert werden. Hierbei muss darauf geachtet werden, dass die Mitarbeiter bei Beendigung ihrer Arbeit alle Programme schließen, um zu verhindern, dass Unternehmensdaten im Speicher des Privatgeräts landen. Ein Netzlaufwerk stellt somit höhere Anforderungen an die Disziplin aller Beteiligten. Keinesfalls sollte der Beschäftigte Unternehmensdaten auf eigene Faust unverschlüsselt auf seinem Gerät oder bei einem Cloud-Webanbieter abspeichern.

Bis zu 40 Prozent sparen
Sind alle Fragen geklärt, dann nutzt BYOD sowohl dem Unternehmen als auch den Beschäftigten: Pilotprojekte belegen, dass die Zufriedenheit der Mitarbeiter steigt. Laut Gartner können Unternehmen bei einer Umsetzung von BYOD bis zu 40 Prozent der Anschaffungs- und Unterhaltungskosten sparen. Und der Nebeneffekt: Die Mitarbeiter sind auch außerhalb der regulären Arbeitszeit erreichbar.

BÜCHER UND ARTIKEL

Wie Macht Macht macht

Die Formel der Macht” ist zweifellos ein guter Buchtitel. Und die Seiten hinter dem Buchdeckel sind nicht nur lesenswert, sondern sie geben dem Leser wirklich so interessante Einblicke und Überlegungen zum Thema „Macht“ an die Hand, um gegebenenfalls

... selbst einmal den Stab des Zauberlehrlings in die Hand zu nehmen. Was gehört in den Topf, um die Formel der Macht anzurühren? Ressourcen und Netzwerk und das Ganze miteinander multipliziert. Auf den ersten Seiten beschleicht den Leser manchmal das Gefühl, einem der superpraktischen Ratgeber aufgesessen zu sein, der seicht das Thema kratzt und ansonsten munter in Banalitäten schwadroniert. Dieser Eindruck verflüchtigt sich jedoch recht schnell. Die Autoren leiten konsequent ihre Formel her und belegen sie an aktuellen Beispielen.

Das who is who der Aufsichtsräte
Im Kapitel „Die Macht Verbinder“ praktizieren die Autoren ein interessantes name-dropping, um aufzuzeigen, welchen Stellenwert der Multiplikator Netzwerk hat. Dabei geht es von E.O.N. über Allianz bis hin zu BASF und RWE, ohne dort zu enden. Na ja, und die Ressourcen, sie sind wohl ein Kapitel für sich. Etwas demotivierend, leider aber nicht weniger wahr, ist die Aussage: „Es ist wesentlich leichter, mit Geld Wissen zu kaufen, als Wissen zu Geld zu machen.“

Risiko der Machtimplosion
Konsequent werden die Themen der Zeit abgearbeitet und in den Kontext der Machtformel gestellt. Das schließt die sozialen Netzwerke über Internetplattformen ebenso ein wie das zentrale Thema Energie ( Ich wusste zum Beispiel nicht, dass vier Suchanfragen mit der Suchmaschine Google so viel Energie wie das einstündige Brennen einer 60-Watt-Glühbirne fressen.) und Verteilung der Rohstoffe. Dabei wird darauf hingewiesen, dass der Umgang mit Einfluss immer auch mit Bedacht erfolgen sollte. „Die Geschichte hat gezeigt, dass letztendlich all jene scheitern, die sich auf Kosten anderer im Übermaß zu viel Macht aneignen“. Und so gelangt das alte Motto „Teile und herrsche“ durchaus wieder in den Fokus neuzeitlicher Betrachtung. Es braucht eben „eine große Machtperipherie, um viel Macht im Zentrum konzentrieren zu können. Diese Peripherie muß leben, um den Kern erhalten zu können. Ansonsten implodiert das Gefüge. Und aus der Astronomie wissen wir, dass dieser Vorgang erneut die Geburt eines Systems einleitet.

Die Formel der Macht von Harald Katzmair und Harald Mahrer
Ecowin Verlag, 179 Seiten, 21,90 €

Der Blick auf das Instinktive

Welcher Körperteil ist der ehrlichste und gibt am ehesten Aufschluss über die wahren Absichten eines Menschen? Die Augen, der Mund, die Hände? Nein, die Füße. Zu überraschenden Ergebnissen kommt Joe Navarro in seinem Buch „Menschen lesen“, in dem er versucht, den Geheimnissen der Körpersprache auf den Grund zu gehen …

Für diese Aufgabe ist Navarro bestens qualifiziert, denn als langjähriger FBI-Agent in der Abteilung Spionageabwehr hatte er reichlich Gelegenheit sein Wissen um die Körpersprache zu nutzen. Navarro liefert einen kurzen Abriss, warum Körpersprache so gut wie immer mehr Aufschluss über die wirkliche Befindlichkeit eines Menschen gibt als verbale Äußerungen. Dies liegt am „limbischen Erbe“, so der Autor. Der Mensch verfüge nicht über ein einziges, sondern über drei Gehirne, ein Reptilien- oder Stammhirn, ein limbisches oder Säugetierhirn und ein menschliches Gehirn (Neokortex). Das limbische Gehirn spielt dabei die entscheidende Rolle bei der nonverbalen Kommunikation, während der Neokortex für die verbale Kommunikation zuständig ist. Anders als der Neokortex reagiert das limbische Gehirn reflexartig, „instinktiv“ auf die Welt um uns herum und gibt daher eher Aufschluss über aufrichtige Reaktionen. Je weiter die Körperteile von unserem Gehirn entfernt sind, führt Navarro aus, desto „aufrichtiger“ zeigen sie Empfindungen des Menschen an. Aus diesem Grund empfiehlt er, bei polizeilichen Verhören – oder auch bei Vorstellungsgesprächen – die Beteiligten so zu platzieren, dass diese ihre Beine und Füße nicht verstecken können. Beispielsweise unter einem Schreibtisch.

Unsicherheiten und Dominanzverhalten erkennen
Neben Beinen und Füßen handelt der Autor auch den Rumpf, die Arme, Hände und Finger und die Mimik ab. So deutet ein aus der Tasche lugender Daumen nach Navarro auf einen hohen sozialen Status und hohes Selbstbewusstsein hin, während ein Daumen in der Hosentasche eher für einen niedrigen Status und Unsicherheit hinweist. Gespreizte Finger, mit denen man sich abstützt, stehen für deutliches Revier- und Dominanzverhalten, verschränkte Arme, die von den Händen fest umfasst werden, ein Zeichen von Unsicherheit. Wendet jemand im Gespräch mit einem anderen diesem den Torso zu, kann man dies als Zeichen des Wohlfühlens und der Sympathie interpretieren – es sei denn, die „ehrlichen“ Füße zeigen in eine andere Richtung. In einem solchen Fall kann angenommen werden, dass der Betreffende eigentlich lieber woanders wäre und sich vom Gesagten distanziert.

Die „Zehn Gebote“ der Entschlüsselung
In seinen „Zehn Geboten“ beleuchtet Navarro die wichtigsten Regeln, um die Körpersprache seines Gegenübers zu entschlüsseln: Aufmerksames Beobachten, kontextbezogenes Beobachten, Beobachten universell gültiger nonverbaler Verhaltensweisen, Ermittlung des Normalverhaltens, Beobachtung „multipler Tells“, also von Verhaltensweisen, die in Kombination oder Folge auftreten. Hinzu kommt die Beobachtung plötzlicher Verhaltensänderungen, Erkennen irreführender Signale, Erkennen des Unterschieds zwischen Behagen und Unbehagen und Diskretion bei der Beobachtung anderer. Zahlreiche Abbildungen mit Kurzerklärungen und Kastentexte mit Erfahrungen meist aus Navarros langjähriger Berufspraxis runden das insgesamt gut und lesbar geschriebene Buch ab. Nicht nur für Polizeiermittler und Geheimdienstleute eine spannende Lektüre, sondern für jeden, der im Hinblick auf soziale Kompetenz gefordert ist. Auch wenn Navarro schließlich zugibt, dass es sogar für Profis nicht einfach ist, bewusste Täuschungen zu erkennen.

Joe Navarro, Menschen lesen.
Ein FBI-Agent erklärt, wie man Körpersprache entschlüsselt.
mvgverlag, 250 Seiten, 16,95 €

ENTWICKLUNG UND BEISPIELE

Sach watt Sache is!

Entscheidungsfreude ist die Eigenschaft, die Arbeitnehmer am meisten bei Ihrem Chef sehen wollen. An zweiter Stelle steht nach einer Umfrage in Düsseldorf der Chef, der zu seinen Meinungen steht und …

... nicht zum Wendehals mutiert. Meinungsbeständigkeit und Entscheidungskraft können aber auch Qualitäten sein, die zwitterhaft das Gute wie das Schlechte in sich tragen. Beratungsresistenz und Aktionismus beschreiben die eher negative Ausprägung der o.g. Qualitäten. Oft laufen die Beurteilungen auf „geliebt oder gefürchtet“ hinaus.

Karriereknick durch Kooperation?
Eine Untersuchung in den USA ergab, dass gemochte Manager zwar mehr Respekt erwiesen bekommen, gleichzeitig aber als weniger mächtig angesehen werden. Diesem Umstand ist es geschuldet, dass bei Entscheidungen über hochrangige Beförderungen Macht eine größere Rolle als Fairness spielt – zumindest derzeit noch. Der Studie zufolge sehen Manager Respekt und Macht als zwei einander ausschließende Führungsalternativen und aus Karriereüberlegungen entscheiden sich viele für letztere.

Schlüsselbegriff Verantwortung
Dies wird zunehmend problematisch, denn die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter ist im Rahmen gelebter Fairness-Firmenkultur deutlich höher als unter groben Karriereristen. In diesem Zusammenhang muss man automatisch wieder den Schlüsselbegriff Verantwortung mit einbeziehen. Übernimmt man eher unter dem geliebten oder unter dem gefürchteten Chef Verantwortung? Derzeit weisen alle Untersuchungen darauf hin, dass die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung eher in einer Firmenkultur erfolgt, die von Respekt geprägt ist. Manager, die einen respektvollen Stil pflegen, können sehr wohl mächtig werden. Der Weg nach oben ist schwieriger. Respektvoll mächtig ist jedoch auch am Gipfel erfolgversprechender als despektierlich machtbesoffen.

Ich bin dann mal weg

Sabbaticals gibt es hierzulande eher selten. In Skandinavien und den Niederlanden ist das durchaus üblich. Gemeint ist die Auszeit nach mehreren Jahren Berufstätigkeit, um auszuspannen oder sich weiterzubilden. In Deutschland sind die Vorbehalte gegenüber einem Sabbatical auf Seiten der Arbeitgeber wie der Arbeitnehmer größer als in Nordeuropa. Dabei können Sabbatjahre für alle Beteiligten, ...

... für Unternehmen wie Beschäftigte, sinnvoll und nutzbringend sein.

Der heilige siebte Tag der Woche, der Tag an dem alle Arbeit ruhen sollte, ist im jüdischen Glauben der Sabbat. Vom Sabbat hat das Sabbatical seinen Namen: Nach einigen Jahren Arbeit verlässt man die Stelle oder geht auf Teilzeit, um sich ein Jahr um die Familie zu kümmern, eine große Reise zu unternehmen, sich weiterzubilden oder einfach auszuspannen. Im Idealfall kehrt man nach einem Jahr zu seinem Arbeitsplatz und seiner Tätigkeit zurück. Ein beliebtes Modell in Teilen Nord- und Westeuropas, zumal die Arbeitsbelastung zunehmend größer wird. Ein Modell auch in Führungspositionen wie das Beispiel des lettischen Dirigenten Mariss Jansons zeigt. Nach krankheitsbedingten Ausfällen hat der 68-Jährige entschieden, sich eine Auszeit zu nehmen und „nur“ noch 50 Prozent zu arbeiten. In einem Interview mit der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG sagt Jansons, der zwei Orchester leitet: „Ich möchte mal wieder Dinge machen, zu denen ich sonst nicht komme. Lesen, ins Theater oder ins Kino gehen, Proben von Kollegen anhören, meine Italienischkenntnisse auffrischen. Und ein bisschen reisen, obwohl ich ja ständig unterwegs bin. Zum Beispiel in meine Heimatstadt Riga oder nach Jalta auf der Krim, wo ich meine Frau kennen gelernt habe.“

Angst vor dem Karriereknick
In Deutschland ist das Sabbatical seltener: Laut Forsa-Umfrage wünschen sich zwar 38 Prozent eine längere Auszeit, doch ganze drei bis vier Prozent gönnen sie sich auch. Das liegt an wirtschaftlichen Einbußen, vor allem aber an den Einstellungen von Mitarbeitern und Chefs. Die Mitarbeiter fürchten einen Karriereknick, was vielleicht nicht unberechtigt ist. Immerhin neigen deutsche Chefs dazu, Arbeitnehmern, die ein Sabbatical nehmen, mangelnde Arbeitsmotivation zu unterstellen. Die Chancen, die sich mit einem Sabbatical für beide Seiten eröffnen, bleiben ungenutzt: Für den Mitarbeiter die Möglichkeit, sich weiterzubilden, wovon das Unternehmen profitiert. Für das Unternehmen die Möglichkeit, neue Mitarbeiter auf befristet freiwerdenden Stellen weiterzuentwickeln. Angestrebt werden sollte eine geordnete Rückkehr in das Unternehmen. Im Fall einer nicht rechtswirksamen Kündigung besteht das Arbeitsverhältnis fort. Unbedingt sollte geklärt werden, ob der Anspruch auf den alten Arbeitsplatz fortbesteht oder ob während der Auszeit der rechtliche Kündigungsschutz gilt.

Rechtsgrundlagen für das Sabbatical
Mit dem so genannten Flex II Gesetz hat der Gesetzgeber 2008 die Rahmenbedingungen für Langzeitarbeitskonten geschaffen. Auf diesen Konten werden Überstunden als Guthaben festgehalten. Im Fall eines Sabbaticals kann der Arbeitnehmer dieses Guthaben nutzen. Es geht übrigens auch bei einem Jobwechsel oder einer Firmeninsolvenz nicht verloren. Allerdings besitzen bisher nur fünf Prozent aller Arbeitnehmer ein Arbeitszeitkonto wie das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg schätzt. Die rechtliche Grundlage für das Sabbatical kann das Teilzeit- und Befristungsgesetz sein, das für Unternehmen ab 15 Mitarbeitern und Beschäftigungsdauern von mehr als sechs Monaten gilt. Ein Rechtsanspruch auf ein Sabbatical besteht aber nicht; aus betrieblichen Gründen kann es jederzeit abgelehnt werden.

Zum Schmunzeln


Karikatur: Thomas Plaßmann

Der Newsletter wurde erstellt mit der redaktionellen Unterstützung von www.beziehungswerk.de.

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