NETZ UND TRENDS

Unbegrenzte Listenleistung

Wunderlist

Begeisterter Rezensionen erfreut sich die App "Wunderlist". Auch diese Anwendung gibt es gratis wie in einer kostenpflichtigen Version. Bereits die Gratisversion erlaubt das Führen aller möglichen Listen zu verschiedenen, auch selbst kreierten, Themenfeldern. Das Besondere ...

... liegt darin, dass sich diese Listen mit Berufskollegen, Freunden oder anderen Planungskreisen teilen lassen. Interessant ist dies besonders für Außendienstler oder Freiberufler, die einen bestimmten Personenkreis mit Informationen oder Terminhinweisen a jour halten möchten. Mit der kostenpflichtigen Version von 4,49 € pro Monat eröffnen sich Funktionserweiterungen, wie zum Beispiel das Führen von Diskussionen direkt in den Aufgaben oder das Zuweisen von Aufgaben. Darüber hinaus kann man in der Pro-Version Dateianhänge anfügen und die Listen in unbegrenzte Unterteilungen auffächern. Wunderlist ist kostenlos erhältlich für iPhone, iPad, Android, Mac, Windows PC und Web.

Mobile Mattscheibe

Zattoo Live TV

Fernsehen unterwegs als mobile Mattscheibe funktioniert mit einigen Apps auf Smartphones und Tablet PCs. Mit der App "Zattoo Live TV" kann man unterwegs all die deutschen Sender sehen, die man womöglich aus seiner Heimatregion kennt. Die App läuft auf ...

... kleinstem Raum, nämlich im Handy oder Smartphone. Die Flexionsfunktion ermöglicht es, ein Wort in beliebiger grammatikalischer Form zu übersetzen (für Englisch vorhanden). Hilfreich sind auch die individuell ablegbaren Vokabelkarten. Man fügt einfach die Wörter hinzu, die man gesucht hat oder lernen möchte. Während der Wartezeiten etwa beim Arzt, auf Bahnhöfen oder Flughäfen vertreibt man sich die Zeit mit dem selbst erstellten Vokabelkarten-Quiz. Das leidige Vokabelpauken nimmt Spielcharakter an und die Begriffe setzen sich dennoch dauerhaft im Gedächtnis ab. Für das professionelle Wörterbuch ruft der Verlag 49,99 € auf, wobei sich die Preise für iPhone oder Smartphones mit anderen Betriebssystemen nicht unterscheiden.

ERFAHRUNGEN UND ERFOLGE

Das Hochgefühl, wertvolle Arbeit verrichtet zu haben

Lohnt es sich, ein Altruist zu sein? Die Frage ist falsch gestellt, denn dem Altruisten geht es nicht um Belohnung für seine Taten. Der Altruismus ist eigentlich eine "Erfindung" des französischen Soziologen und Religionskritikers Auguste Comte (1798 – 1857), der religiöse Wahrheiten durch wissenschaftliche Erkenntnisse und religiöse Moral durch Menschenliebe ersetzen wollte. Doch gibt es wirklich altruistisches Handeln? ...

... Keine Frage, der homo oeconomicus der Wirtschaftswissenschaften, der versucht, bei allen Entscheidungen seinen Nutzen zu maximieren, kommt aus der Mode. Im realen Leben hat es ihn ohnehin nie gegeben, und manche Kritiker verweisen auf das hohe ehrenamtliche Engagement in Vereinen, Kirchen, Verbänden. In der freiwilligen Feuerwehr, im Sportverein als Fußballtrainer oder in der Bürgerinitiative gegen Straßenlärm setzen sich ehrenamtlicher Helfer ein, die ihre oft spärlich bemessene Freizeit opfern – und das Ganze unbezahlt, sozusagen für lau. In einem Artikel für die Philosophiezeitschrift "Hohe Luft" fragt sich Robin Droemer, Philosophiestudent aus Hildesheim, warum Menschen unentgeltlich hart arbeiten? Das politische Engagement lässt nach, so Droemer, so wichtig es in Zeiten allmächtiger Geheimdienste, der Kriege um Rohstoffe und Drohneneinsätze auch wäre. Der Einzelne fühlt sich hilflos angesichts der Entwicklungen der Weltpolitik: Politisches Engagement führt zu Frust und Enttäuschung.

Glücksgefühl des Helfers
Anders das soziale Engagement, bei dem die Ergebnisse der eigenen Arbeit meistens sichtbarer sind. Hier ist das ehrenamtliche Engagement nach wie vor hoch. Ob Suppenküchen für Obdachlose oder die Betreuung von Nachbarskindern – der soziale Dienst ist beliebt. Die Erklärung liegt nicht im Altruismus, in der reinen Menschenliebe, sondern im immateriellen Nutzen: Derjenige, der soziale Dienste verrichtet, spürt den Nutzen der eigenen Arbeit. "Helper's High" nennen die Amerikaner das Hochgefühl, wertvolle Arbeit verrichtet zu haben – und sich der Dankbarkeit anderer Menschen sicher zu sein. Das wird durch neurologische Studien belegt: Die Ausschüttung von Endorphinen im Gehirn lässt die Helfer einen regelrechten Rausch erleben, der einem Drogenerlebnis fast gleichkommt. Schließlich gehört auch die soziale Anerkennung zum immateriellen Nutzen, der sich in seltenen Fällen – man denke an das "social sponsoring" – auch materiell auszahlen kann.

Engagement ohne Zwang
Viele Konservative glauben, der Sozialstaat würde das ehrenamtliche Engagement zum Erliegen bringen. An deren Stelle treten anonyme staatliche Kräfte, die soziale Konflikte erst hervorrufen. Bürokratien und Verwaltungen aber können nicht die Wertschätzung vermitteln, die ehrenamtliche Helfer geben können. Diese Kritik ist nach Droemer nicht ganz stichhaltig: Denn oft reagiere der Sozialstaat eher auf einen Mangel an freiwilliger Hilfe, als dass er ihn hervorrufe. Außerdem: Bleibt staatliche Hilfe aus, kann soziale Hilfe zum Zwang werden, womit sie ihren freiwilligen Charakter verlieren würde. Hingegen erlaubt der Sozialstaat ein "zwangfreies Klima" als Nährboden für das Engagement. Man könnte also zusammenfassend mit dem französischen Résistancekämpfer, Diplomaten und Lyriker Stéphane Hessel sagen: "Engagez-vous!" Engagiert euch!

Gehackt wird auch der Kopf

Staatliche Hacker waren und sind Thema des Jahres. Das Ausspähen und Spionieren erfolgt nicht nur über das Anzapfen der Maschinen, sondern auch durch das Austricksen der Mitarbeiter. Über soziale Manipulation, neuzeitlich "Social Engineering" genannt, ...

... gelangen vornehmlich Werkspione an unternehmensrelevante und auch geheime Informationen. Einer amerikanischen Untersuchung zufolge (Data Breach Report 2012) fanden die meisten Social Engineering-Angriffe am Telefon statt. Soziale Netzwerke sind wertvolle Nachschlagewerkzeuge, um an persönliche Daten zu kommen. Mit diesen Informationen erwecken die Angreifer Vertrauen beim Angesprochenen. Passwörter lassen sich mit Geburtsnamen, -daten, Hobbies und Freundesnamen auch leichter ausspähen. Besonders Unternehmen mit innovativen Produkten stehen im Visier der forschungssparsamen Konkurrenz in West und Ost. Gerade bei Start Ups herrscht ein offener Umgangston, den sich neugierige Plagiateure zunutze machen. Den hereingelegten Mitarbeiter kann das teuer zu stehen kommen. Abmahnung oder gar Kündigung ahnden die Verletzung der Verschwiegenheitspflicht.

Was hilft gegen solche Angriffe? Ein gesundes Misstrauen gegenüber telefonischen Anfragen nach internen Informationen, ein sehr sorgfältiger Umgang mit Passwörtern und die Mitteilung an Kollegen und Vorgesetzte bei merkwürdigen Gesprächen am Telefon oder in Café wie Kantine. Vorsicht gilt auch bei Mails, die persönliche Interessen ansprechen und auf eine "interessante" Website verweisen. Verwendet der Angesprochene beim Login auf dieser Website sein bevorzugtes Passwort, stehen den Spionen auch Bit und Byte im jeweiligen Firmennetzwerk offen. Neue Mitarbeiter in Unternehmen sind gern Angriffsziele. Oftmals werden die Neuen in Firmenbroschüren mit Tätigkeitsfeld vorgestellt, so dass Späher sich durch ganz offizielle Broschüren informieren können. Unter Vorgabe einer Konferenz oder eines externen Meetings wird dann die Zusendung einer angeblich vergessenen Unterlage per Telefon nachhaltig gefordert - und je nach Belastbarkeit und Unsicherheit des unerfahrenen Mitarbeiters erfolgt dann auch die Zusendung internen Materials.

Social Engineering stellt ganz klar eine Bedrohung dar. Allein Hinweis auf Existenz und Techniken dieser Manipulateure hilft schon, das Hineintappen in solche Fallen zu vermeiden – ohne ein generelles Klima des Misstrauens zu schaffen.

ENTWICKLUNG UND BEISPIELE

Binden ohne anzubinden

Gute Mitarbeiter möchte man gerne behalten. Das erweist sich als Problem für viele Firmen. Die "Generation Y" hält es, anders als die ihrer Eltern, nicht lange in ungeliebten Jobs aus: Auf gerade einmal sechs Monate beläuft sich der Zeitraum, in dem die heute 30-Jährigen durchschnittlich in einem für sie unattraktiven Arbeitsplatz verharren – bei ihren Eltern waren es noch fünf Jahre. ...

... Thomas Sattelberger, bis 2012 Personalvorstand der Deutschen Telekom und jetzt Themenbotschafter der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA), einer gemeinsamen Initiative von Bund, Ländern, Sozialversicherungsträgern, Gewerkschaften und Wirtschafts­verbänden, plädiert für eine völlig neue Unternehmenskultur. Bis 2030 werden laut Sattelberger fünf Millionen Fachkräfte fehlen, neben Akademikern auch Meister, Techniker, Facharbeiter und Handwerker. Angesichts dieser Situation müsse es für die Unternehmen darum gehen, "zu binden ohne zu ketten". Der ehemalige Telekom-Vorstand spricht sich für "mehr Diversität, mehr Autonomie, mehr Solidarität, mehr Sinn" aus. Diversität bedeutet "vielfältiger (zu) werden, nicht nur im Hinblick auf Alter, Geschlecht und die ethnische Herkunft ihrer Mitarbeiter, sondern auch bei den Führungsstilen und Problemlösungsmustern".

Sinnstiftende Arbeit
Auch die Elitenrekrutierung z. B. über Business Schools lehnt Sattelberger ab. Autonomie zeige sich daran, dass der Mitarbeiter mehr mitreden und mitentscheiden wolle. Der kaskadenartige Dirigismus von oben nach unten gehöre der Vergangenheit an, der Mitarbeiter werde zum Unternehmensbürger. Solidarität ist mehr, als "die Mitarbeiter hinter sich zu versammeln". Zur Solidarität gehört etwa, die riesige Kluft zwischen den Gehältern eines durchschnittlichen Arbeiters und eines Vorstands zu verringern und die Vergütung der Spitzenmanager zu begrenzen. Und der Sinn? Laut Sattelberger möchte der Mitarbeiter von heute "mit seiner Persönlichkeit zunehmend seine Arbeitswelt prägen". Die Unternehmen seien gerufen, "Arbeit (zu bieten), die Sinn stiftet".

Visitenkarte fitte Mitarbeiter
Bis zum Unternehmensbürger scheint es in einigen Unternehmen noch ein weiter Weg zu sein, doch Themen wie "sinnstiftendes Arbeiten" oder die "Vereinbarkeit von Beruf und Familie" gewinnen seit Jahren an Bedeutung. Wer sich als familienfreundliches, Freiraum bei der Arbeit lassendes Unternehmen präsentiert, kann nicht nur beim "Kampf um Talente" punkten – oft mehr als mit besserer Bezahlung –, sondern die Mitarbeiter, pardon die Unternehmensbürger besser halten. Manchmal sind es einfache Ideen, die ebenfalls zur positiveren Unternehmenskultur beitragen. So haben einige Firmen bereits Räume zum Powernapping eingerichtet: Die Mitarbeiter können dort nach dem Mittagessen eine kurze Siesta machen und dann ausgeruht daran gehen, ihr Tagewerk zu beenden. Wem das zu viel Ruhe ist, der kann wie der Sportartikelhersteller Adidas oder die Münchner Werbeagentur Serviceplan auf Sportangebote setzen. In Herzogenaurach, dem Sitz des Sportkonzerns, steht den Beschäftigten ein 55 Fußballfelder großes Sportgelände zur Verfügung mit Angeboten wie Beachvolleyball, Tennis, Basketball oder Krafttraining. Adidas profitiert mehrfach von dem Sportangebot: Fittere, gesündere Mitarbeiter, ein niedrigerer Krankenstand, mehr Bindung an das Unternehmen. Für jeden Euro, der in Gesundheitsprogramme gesteckt werde, so belegt eine Studie des Instituts für Beschäftigung und Employability an der Universität Ludwigshafen, sparen Firmen durchschnittlich 2,30 Euro bei den Krankheitskosten. Und natürlich sind fitte Mitarbeiter auch eine Visitenkarte für die Firma.

Talente gesucht

Firmen müssen sich etwas einfallen lassen, um Talente zu finden. Inserate, Jobbörsen und Messestände reichen längst nicht mehr im Wettbewerb um die besten Köpfe. Soziale Netzwerke, Kinospots und Events sind heute unverzichtbar. Und zwar gerade für mittelständische Unternehmen, die wenig bekannt sind. ...

... Das gilt vor allem in Süddeutschland, wo in einigen Regionen faktisch Vollbeschäftigung herrscht. Hier sind viele "hidden Champions" angesiedelt, also Unternehmen, die in ihren Bereichen in der Weltliga mitspielen, aber über die Fachwelt hinaus – und damit auch den Spitzenkräften der Zukunft – kaum bekannt sind. Was aber kann einen guten Kandidaten veranlassen, sich nicht für Audi in Ingolstadt zu entscheiden, sondern für einen Mittelständler in der Provinz? Die Firma Rehau AG aus dem gleichnamigen Ort in der tief­sten bayerischen Provinz unweit der tschechischen Grenze, drei Autostunden von München und anderthalb Autostunden von Nürnberg entfernt, zeigt, wie es gehen kann. Mit bundes­weiten Kinospots warb das rund 17.000 Beschäftigte starke Unternehmen für sich, das Polymere zu Produkten u. a. für die Automobil- und Bauindustrie, verarbeitet. Auf einer Weih­nachtsparty hatten potenzielle Fachkräfte von morgen die Gelegenheit, sich näher über den Kunststoffhersteller zu informieren. Außerdem setzt die Rehau AG auf Kooperationen mit Universitäten und Fachhochschulen und fördert deren Arbeiten. Kampagnen in sozialen Netzwerken runden die Bemühungen im "Kampf um die Besten" ab.

Auf der Suche nach den "Digital Natives"
Überhaupt gewinnt das Netz, gewinnen soziale Netzwerke bei der Personalsuche und -rekrutierung immer mehr an Bedeutung. "Gerade die Digital Natives, also junge Erwachsene, die mit dem Internet aufgewachsen sind, müssen in den sozialen Netzwerken früh abgeholt werden", zitiert die Süddeutsche Zeitung den Münchner Unternehmensberater und Social-Media-Fachmann Klaus Eck. Mittlerweile hat sich der Trend zum "Social Media Recruiting" verstärkt, wie auch Michael Heidelberger vom Bundesverband Deutscher Unternehmens­berater (BDU) zu berichten weiß. Ob Facebook, Twitter, Xing oder Google+, viele Firmen versuchen, über professionelle Seiten mit potenziellen Bewerbern in einen Dialog zu kommen. Auch gut gemachte Kurzfilme, die auf youtube eingestellt werden können, eignen sich zur Eigenpräsentation. Und natürlich die eigenen Angestellten als Markenbotschafter: So können Mitarbeiter auf ihren Facebook-Seiten über freie Stellen informieren. Gerade die virtuelle Mund-zu-Mund-Propaganda hat eine besonders hohe Glaubwürdigkeit. Zur erfolgreichen Personalsuche gehört aber auch Personal in den Firmen, das Anfragen zügig beantwortet. Nichts wirkt ungünstiger als eine nicht oder sehr schleppend bearbeitete Anfrage eines Interessenten. Darum empfiehlt Tobias Kärcher von der Digitalagentur Wollmilchsau GmbH seinen Kunden, erst einmal in Arbeitskraft zu investieren: "Tatsächlich fehlt es vielen Unternehmen am Budget und an der Manpower. Das hängt an Entscheidungen des Managements."

"Mehr als ein Rädchen im Getriebe"
Entscheidend dürfte darüber hinaus die Unternehmenskultur sein. Wichtiger als eine gute Bezahlung, die natürlich auf dem marktüblichen Niveau liegen sollte, ist zum Beispiel die frühe Übernahme von Verantwortung. "Mehr sein als ein kleines Rädchen im Getriebe", kann für viele "high potentials" ein gutes Argument für einen Mittelständler in der Provinz sein. Und Kultur in allen Formen ist nicht immer ein Privileg magnetischer Großstädte.

BÜCHER UND ARTIKEL

Von Truthahn-Illusionen und defensiven Entscheidungen

Viele Fachleute glauben, komplexe Entscheidungssituationen durch komplexe Risikomodelle bewältigen zu können. Doch weit gefehlt: Weitaus besser sind in solchen Situationen einfache Faustregeln, zeigt Gerd Gigerenzer in seinem Buch "Risiko. Wie man die richtigen Entscheidungen trifft." ...

... Gigerenzer, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin und Direktor des Harding Zentrums für Risikokompetenz, ist vielen Lesern bereits durch seine einschlägigen Bücher zum Bauchgefühl und zum richtigen Umgang mit Zahlen bekannt. Der habilitierte Psychologe ist ein großer Fan des Bauchgefühls (auch Intuition genannt), das er als unbewusste, erfahrungsgeleitete Intelligenz ansieht. Leider machen viel zu wenige Manager in Unternehmen nach seinem Dafürhalten Gebrauch vom Bauchgefühl, und wenn, dann versuchen sie ihre Bauchentscheidung nachträglich mit Zahlen und Fakten zu unterfüttern. Gigerenzer spricht hier von defensiven Entscheidungen, die durch eine "negative Fehlerkultur" verursacht werden: Manager, die aufgrund ihres Bauchgefühls eine falsche Entscheidung treffen, werden eher bestraft als solche, die auf der Grundlage von Zahlen eine falsche Entscheidung treffen.

Banken schlimmer als Kasinos
Die Palette des Buches reicht von der Unternehmenswelt über die Medizin – das Paradebeispiel für eine "negative Fehlerkultur" – und die Partnerwahl bis zum Spielkasino und den Banken. Letztere agieren weitaus schlimmer als die Kasinos: Die Kasinos leben in einer Welt des bekannten Risikos, die Banken hingegen leben in einer Welt der Ungewissheit, glauben aber, in einer Welt des Risikos zu leben. Beim bekannten Risiko weiß man alles, einschließlich der Wahrscheinlichkeit, mit Gewissheit; bei der Ungewissheit spielen so viele Faktoren mit hinein, dass sich die beste Option nicht berechnen lässt. Komplexe Risikomodelle, so Gigerenzer, eignen sich aber nicht für die Welt der Ungewissheit mit ihren Vernetzungen, ihren Risikofaktoren und relativ kleinen Datenmengen. Hier sind wenige, einfache Faustregeln oft besser – wie diejenige, einen Verschuldungsgrad von 10:1 zu vermeiden.

"Aude sapere"
Alles in allem bietet Gerd Gigerenzers Odyssee durch die verschiedenen Welten eine leicht lesbare, gut verständliche, aber dennoch nicht triviale Lektüre. Und ein Plädoyer für mehr Risikokompetenz und Risikointelligenz des Durchschnittsbürgers, die bereits im Schul­unterricht vermittelt werden sollten. In einer Zeit in der viele Ärzte und Finanzberater den Umgang mit Zahlen und Risiken zu wenig beherrschen, zu defensiven Entscheidungen neigen oder Interessenskonflikte haben, bleibt dem Bürger nichts anderes übrig, als sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, lautet das Fazit Gigerenzers. Übrigens: Der Truthahn glaubt, dass mit jedem Tag, an dem er nicht geschlachtet wird, die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass er geschlachtet wird. Bis zum Tag vor Thanksgiving ...

Gerd Gigerenzer, Risiko. Wie man die richtigen Entscheidungen trifft, C. Bertelsmann Verlag, 400 Seiten, 19,90 EUR.

Wider Statussymbole und Rückversicherungsmentalität

"Die Kunst, Menschen zu führen" heißt das Buch von Abtprimas Notker Wolf und Schwester Enrica Rosanna, in dem aus christlicher Perspektive die Menschenführung behandelt wird. Es tut gut, ...

... einmal nicht über neueste Erhebungen oder aktuelle neuropsychologische Studien Gedanken zum Umgang mit Menschen zu lesen. Notker Wolf steht dem Benediktinerorden mit zahlreichen Klöstern in der ganzen Welt vor. Anhand praktischer Beispiele erläutert er seine Erfahrungen in Führungsposition und bezieht sich häufig auf den Ordensgründer Benedikt von Nursia, der 480 die benediktinische Tradition begründete. Manches bringt zum Schmunzeln, zum Beispiel, wenn er seinen alten Prior zitiert: "Was Statussymbole angeht, hört in den Unternehmen der Kindergarten erst mit 65 auf."

Führer und Künstler
Im Gepäck zum Thema Führen taucht automatisch auch der Begriff Führer auf, der gerade in Deutschland negativ behaftet ist. Dazu meint Wolf, die Definition "Führer" solle für diejenigen aufgespart werden, die ihren Leuten mutig auf dem Weg in die Freiheit vorangegangen sind. Was Schwester Enrika Rosanna von einer Führungskraft erwartet, erläutert sie im Kapitel "Führer müssen Künstler sein". Überhaupt sind die Kapitel sehr übersichtlich gegliedert, so dass man sich in kürzeren Lesesitzungen über weiblichen Führungsstil oder über Mut und Feigheit im Unternehmensalltag anregen lassen kann.

Letzteres beleuchtet Wolf unter der Überschrift "Rückversicherungsmentalität" und wirft damit eine interessante These auf, deren Bezug durchaus aktuell ist: "Wer sich stur auf Vorschriften und Gesetze beruft, wer Rangordnungen betont und einen autoritären Führungsstil pflegt, der ist auf dem besten Weg zum Funktionär. Solche Strukturen sind immer ein Ausdruck von Verantwortungslosigkeit und mangelndem Mut, und man darf sicher sein, in diesem Unternehmen auch eine weitere, besonders fatale Ausprägung der Feigheit anzutreffen: die Rückversicherungsmentalität."

Abtprimas Notker Wolf/Schwester Enrica Rosanna, Die Kunst, Menschen zu führen, Rowohlt Taschenbuch Verlag, 188 Seiten, 12,00 EUR.

DATEN UND AKTUELLES

Öffentliche Trainings

Unsere nächsten öffentlichen Managementtrainings
"WANDEL-MACHT-MUT"
finden an den folgenden Terminen statt:

Unser nächstes öffentliches Managementtraining
"WANDEL-MACHT-MUT II"
findet an den folgenden Terminen statt:

Unser nächstes öffentliches Vertriebstraining
"AKQUIRIEREN-VERHANDELN-ABSCHLIESSEN"
findet an den folgenden Terminen statt:

KARRIKATUR

Zum Schmunzeln

Der Newsletter wurde erstellt mit der redaktionellen Unterstützung von www.beziehungswerk.de.

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