NETZ UND TRENDS

Die Wanze ist immer dabei

Google

Handydaten sind begehrt. Nicht nur die von der Kanzlerin, sondern alle. Es ist ein Riesengeschäft, dieses detaillierte Wissen um Aufenthaltsort samt Bewegungsprofil, Kontakte, Anruflisten, Chat-Inhalte, E-Mails, Fotos, Videos und was immer der Begleiter in der Tasche verrät ...

... Wanzen-Apps sind schnell und unbemerkt installiert – sozusagen mit dem „kann ich mal kurz Dein Handy haben“. Diese Apps sind Miniprogramme, die es Dritten ermöglicht, von jedem Computer oder Tablet aus in das Smartphone hineinzuschauen, so als bediente man es selbst. Die Einsatzfelder sind vielfältig, eifersüchtige Ehepartner, Arbeitgeber und und und. Hierfür gibt es einen Wanzenmarkt der Spionageprogramme, die zugegebenermaßen nicht sehr preiswert sind. Eine der populärsten Wanzen-Apps kostet ab 30 EUR im Monat. Für alle Funktionen der Premium-Edition fallen sogar 50 Euro im Monat an. Das ist gleich in mehrfacher Hinsicht verboten, denn in Deutschland sind diese Art Apps nicht erlaubt. Sie sind nicht in den üblichen Shops zu kaufen. Wir wollen auch keine Ausführungen machen, wo sie erhältlich sind und welche Systemvoraussetzungen gegeben sein müssen. Das hieße ja fast, Markt und Einsatz noch zu befeuern. Unser Hinweis beschränkt sich darauf: Passen Sie auf, wenn Ihr Gerät mal eine Zeitlang aus Sicht oder Zugriff verschwunden ist. Freund und Feind könnten danach unter Umständen mithören.

Diagnose am Mann

Noisli

Die Zukunftsvision, dass der Kühlschrank darauf hinweist, es fehlt Milch, ist keine mehr. Auch melden längst diverse Sportapps, dass man jetzt schon zwei Wochen nicht gelaufen ist. Darum verwundert das Pilotprojekt des amerikanischen Gesundheitsministeriums keinen mehr, ...

... denn es werden Bewegungsmuster ausgewählter Mitarbeiter verzeichnet. Die gute Idee dahinter ist, individuelle Gesundheitstipps zu geben. Der Wasserspender wurde passiert, „trink was!“, meldet die App. Der kleine Mittagssnack aus dem Automaten a la „Mars macht mobil“ zieht den Hinweis nach sich, dass die Zuckerspeise nicht unbedingt zur gesunden Ernährung beiträgt. Diese Pilotprojekte markieren den Anfang einer Entwicklung, deren Konsequenzen schwer abzusehen sind. Die Gesundheitssoftware von Apple misst Körperfettanteile bis hin zu Blutdruck. Google möchte Nanopartikel ins Blut torpedieren, die bei Krebsgefahr Alarm via Smartphone auslösen. Sind Bewegung und Gedanken des Menschen schon ziemlich transparent, so geht es in der nächsten Stufe um die sogenannten inneren Werte. Klar, ein Milliardengeschäft, aber auch klar, dass allen Unkereien zum Trotz gerade einer veralteten Gesellschaft so bezahlbare Hilfsmittel zur Verfügung gestellt sind. Im besten Fall funktioniert das Handy als Monitor für das Anzeigen verschiedener Unregelmäßigkeiten. Zu hoher Blutzucker, Herz-Rhythmus-Störungen oder etwaige andere Unterversorgungen werden erkannt, weitergeleitet und gegebenenfalls um Hilfe geschickt. Mit der gehörigen Energie und Kreativität lässt sich halt jeder Traum in einen Alpdruck verwandeln. Man kann, muss aber nicht jede Erfindung mitmachen.

ERFAHRUNGEN UND ERFOLGE

Mein Haus, mein Boot - mein Dienstwagen?

Home-Office

Dienstwagen sind noch immer die beliebteste Nebenleistung für deutsche Führungskräfte - mit abnehmender Tendenz. Vor allem jüngere Arbeitnehmer satteln um – manchmal im wörtlichen Sinn. Doch eine wirkliche Trendwende ist noch nicht zu erkennen. ...

... Auch viele Unternehmen versuchen, ihre Beschäftigten zum Umsteigen auf die Bahn, aufs Fahrrad oder auf kleinere, umweltfreundliche Autos zu bewegen. Eine Umfrage des Leasing-Anbieters Arval Deutschland unter rund 4.000 Fuhrparkmanagern zeigt, dass die Firmen unterschiedliche Anreizsysteme einsetzen, um das Umsteigen auf umweltfreundlichere Autos zu fördern – so etwa eine luxuriösere Innenausstattung der verbrauchsarmen Autos oder Geldprämien, die allerdings versteuert werden müssen. Gerade Konzerne und Mittelständler bieten zudem Alternativen an, die vom geleasten Spitzenfahrrad (beim bayerischen Elektromotoren- und Ventilatorenhersteller EBM-Papst) bis hin zur Bahncard 100 sowie Guthaben beim Carsharing-Dienst „Flinkster“ (Deutsche Bahn). Der Software-Produzent SAP fördert das Umdenken ebenfalls über die Bahncard 100 und über finanzielle Anreize. Im Firmenpark des Konzerns sind außerdem 200 Elektrofahrzeuge im Einsatz.

Teurer Luxus
Doch im Wein ist auch viel Wasser: Noch immer sehen gerade ältere Arbeitnehmer im Dienstwagen ein unerlässliches Statussymbol – je größer und luxuriöser, desto höher der Rang in der Unternehmenshierarchie. Viele Unternehmen planen nicht, ihre teure Flotte – das Auto eines kaufmännischen Geschäftsführers kostet im Durchschnitt 59.000 Euro – zu verringern, manche Firmen wollen den Fuhrpark sogar erweitern, was möglicherweise auch mit einer schlechten Infrastruktur für alternative Fortbewegungsmittel zusammenhängt. Und sogar bei der Deutschen Bahn, die eigentlich Vorreiter in puncto Alternativen sein müsste, liegt die Zahl der Führungskräfte, die umgestiegen sind, nach eigenen Angaben „im mittleren zweistelligen Bereich“. Bei gut 3.000 Führungskräften macht das also rund ein Prozent aus. Es wird also noch etwas dauern, bis der Umstieg wirkliche Breitenwirkung erreicht, auch wenn bescheidene Anfänge gemacht sind.

Keine Geheimwissenschaft

Vertrauen

Die Machtverhältnisse haben sich geändert. Waren es früher die Unternehmen, die sich unter einer Vielzahl passender Bewerber den am besten Geeigneten aussuchen konnten, so sind es nun die „High Potentials“, die die Qual der Wahl haben. Und so setzen die Unternehmen immer stärker auf Personal-Recruiting-Maßnahmen, um gute Mitarbeiter zu finden. ...

... Erfolgreiches Recruiting wird zur Kunst. Das spiegelt die Einstellung vieler „Personaler“ in Deutschland wider. Was, wie die Süddeutsche meint, nicht ganz richtig ist, denn es handele sich eher um Handwerk als um Kunst, wenngleich um ein „höheres Handwerk“.

Ecken und Kanten sind Mangelware
Zum Handwerk gehört es, Fehler zu vermeiden. Und hier liegt manches im Argen: Die Fehler betreffen zum einen die Selbstdarstellung der Unternehmen, zum anderen die Qualifikationsprofile der Bewerber. Jedes größere Unternehmen ist selbstverständlich ein „global player“, ist „innovativ“, hat „stakeholder“ im Blick, ist „kundenzentriert“ und sieht seine Mitarbeiter als „wichtigstes Kapital“. Wenn aber alle Unternehmen so sind, warum sollte dann ein Bewerber zu einem speziellen Unternehmen gehen? Nicht das Allgemeingültige ist attraktiv, sondern das Besondere, dasjenige, das unterscheidet. Hier fehlt es vielen Unternehmen an Mut, eigene Wege zu gehen, „Ecken und Kanten“ zu zeigen, in Kauf zu nehmen, dass sich manche Bewerber nicht angesprochen fühlen.

Die Bewerber überraschen
Auch die Kanäle, auf denen Bewerber angesprochen werden, bedürfen einer Prüfung. Ein gut gemachtes, benutzerfreundliches Online-Bewerbungsportal ist natürlich Pflicht – und bereits hier hapert es bei nicht wenigen Unternehmen. Ebenso gehören Jobbörsen dazu, Stellenanzeigen in Printmedien etc. Hier hat die Darstellung professionell zu sein, denn es handelt sich immer um eine Art Visitenkarte. Doch warum nicht die Bewerber auch dort ansprechen, wo sie es nicht erwarten, meinen einige Fachleute. „Im Zug, in der Kneipe, an der Tankstelle neben der Uni.“

Ehrlichkeit ist ein Muss
Hinzu kommen Fehler, die beim Qualifikationsprofil der Bewerber gemacht werden. Teamfähig sollen sie sein, flexibel, natürlich auch fachlich kompetent. Auch in diesem Fall fehlt oft das Besondere in der Ansprache, das, was nicht alle Unternehmen suchen. Vor allem mangelt es häufig an Ehrlichkeit. Wer einen Querdenker sucht, sollte ihn auch wirklich suchen – und eben nicht jemanden, der im Strom mitschwimmt. Ehrlichkeit auf beiden Seiten ist die beste Garantie dafür, dass die Stelle nicht nach sechs Monaten oder einem Jahr wieder ausgeschrieben werden muss, weil Unternehmen und Beschäftigter unzufrieden sind. So gesehen ist erfolgreiche Personalrekrutierung wirklich „nur“ ein Handwerk, allerdings eines, das wie jedes Handwerk Können erfordert.

ENTWICKLUNG UND BEISPIELE

Scheitern ist schick – oder sollte es werden

RoboWeb

Scheitern wurde früher bildhaft für Schiffbruch gebraucht. Aber auch für „in Stücke gehen“, wenn es sich um das Spalten des Holzes handelte. In diesem Sinne wäre der durchaus Erfolg versprechende Vorgang eines wirtschaftlichen Spin Offs auch als scheitern zu bezeichnen und damit auch nicht ...

... als negativ behaftet zu verstehen. Nun käme kein Mensch auf die Idee zu sagen „ich scheitere jetzt mal mit einem Spin Off“. Diese Form einer Abspaltung wird eher als Neuanfang mit Fokussierung auf ein Teilgebiet wahrgenommen. So gesehen käme dem Scheitern die eigentlich richtige Bedeutung zu. Es ist Teil eines Neuanfanges und damit die Voraussetzung für künftige Erfolge. Bertold Brecht hat seine Kunstfigur Herrn Keuner einmal weise sagen lassen „Ich habe derzeit viel zu tun, ich bereite meinen nächsten Fehler vor“. Weise deshalb, weil ein Irrweg nicht notwendigerweise ins Nichts führt, sondern nur eine Schleife beschreibt, um über den Umweg Dinge zu erkennen, die auf der Hauptroute dann demnächst zu vermeiden sind. Der Scheiterer kann eben auch einer sein, der besonders gewissenhaft sein Ziel verfolgt und den Misserfolg in Teilbereichen als sinnvolles Ausschließen von Fehlern versteht. Interessanterweise sind große Erfolge oft mit vorherigem Scheitern verbunden. Das wird aus der Sicht des Endergebnisses tolerant ignoriert. Ein Paradebeispiel hierfür ist der Milliardär Jack Ma, der mit seinem Internetkaufhaus Alibaba den Einkauf in China umgekrempelt hat. Auf dem Wirtschaftsgipfel in Davos wurde er fast ehrfürchtig wie eine Popikone der Wirtschaft umschwärmt. Er fiel während seiner Schulzeit durch zig Prüfungen, wurde weder bei der Polizei noch bei Kentucky Fried Chicken angenommen. Er bewarb sich zehnmal ohne Erfolg in Harvard. Dann gründete er im Hinterzimmer eine kleine Suchmaschine, die – scheiterte. Und dann Alibaba. Und all diejenigen, die ihn früher für verrückt erklärten, lauschen nun andächtig seinen Visionen. Dagegen, so definiert der Journalist Wolf Lotter in brandeins, steht eben ein anderer Typus in der Wirtschaft. Der scheitert nicht. “Der Kasinokapitalist ist ein biederer Angestellter in leitender Position, gut versichert gegen jede Form von Versagen und im Notfall ein Opfer des Systems. Gut kalkuliert ist nur der Ausschluss persönlichen Risikos und eigener Verantwortung.“ Also her mit der Axt, auf dass wir scheitern. Im schlimmsten Fall haben wir dann einen großen Holzhaufen, der uns warm durch den Winter bringt.

Die Ego-Falle

Jahrmarkt der Eitelkeiten?

Kommt ein neuer Chef ins Haus, ist meistens Aufräumen angesagt. Der „Neue“ will sich beweisen, will zeigen, was in ihm steckt, will „führen“, was er am besten dann tun kann, wenn er alles umkrempelt. Dahinter stecken manchmal Eitelkeit, öfter noch Selbstüberschätzung und fast immer Revierdenken. Dies birgt viele Risiken, aber eröffnet auch Chancen für Veränderungen ...

... Von Katzen und Löwen ist bekannt, dass die männlichen Tiere oft die früheren Kinder ihrer Gefährtinnen töten, um dem eigenen Nachwuchs mehr Chancen zu geben. Ähnlich verfahren Manager, die die Projekte ihrer Vorgänger schnell begraben – meistens handelt es sich um eine Beerdigung zweiter Klasse -, sogar wenn diese erfolgreich waren. Wer es dann als Altgedienter wagt, auf Erfolge der bisherigen Projekte zu verweisen, hat bei dem „Neuen“ ganz schnell schlechte Karten. „Neue Besen kehren gut“, besagt ein Sprichwort, und viele Manager machen sich diesen Spruch zueigen. Doch was steckt hinter diesem Wunsch nach dem Neuen? Sicher der Wunsch, es Vorgesetzten oder Aufsichtsrat zu beweisen, der Wunsch nach Anerkennung und Achtung. Häufiger jedoch handelt es sich einfach um bloße Selbstüberschätzung.

Führen durch Fragen?
Schlimmer noch: Obwohl Führen nachweislich viel mit Fragen zu tun hat, vor allem damit, die richtigen Fragen zu stellen, sehen manche Führungskräfte Fragen als Schwäche an. Antworten ersetzen dann die nicht gestellten Fragen. Die Folgen sind nicht selten negativ: Die Organisation befasst sich zuerst einmal mit sich selbst, Zeit, Motivation und Geld werden verschwendet. Nicht wenige Mitarbeiter versuchen, den „Neuen“ einfach auszusitzen anstatt ihm dabei zu helfen, dass er (und das Unternehmen) sein Ziel erreicht.

Das Walten der Vernunft
Doch der Wandel ist nicht immer nur negativ: Der Soziologe Niklas Luhmann sieht hinter Hauruck-Aktionen und 180-Grad-Volten auch Vernunft walten. Innovationen kämen oft nur durch Tabubrüche zustande. In seinem Buch „Organisation und Entscheidung“ sieht Luhmann „große Persönlichkeiten“ am Werk, „die eine neue Ära einleiten, Organisationen sanieren oder die tradierten Gewohnheiten dadurch kenntlich machen, dass sie mit ihnen brechen.“ Tabubrüche müssen also manchmal sein – und wahrscheinlich unterscheidet eine gute Führungskraft von einer schlechten die Fähigkeit, zu erkennen, wann radikale Veränderungen notwendig sind und wann nicht.

BÜCHER UND ARTIKEL

Die Sprachpanscher

Magier

Das Deutsche ist die Orgel unter den Sprachen, das Englische hingegen nur eine Blockflöte , frei nach Walter Jens. Glaubt man dem Publizisten Andreas Hock, so ist Deutsch auf dem besten Weg, zu einer Mundharmonika zu mutieren. ...

... Kurzweilig und anregend beschreibt Hock in seinem Buch „Bin ich denn der Einzigste hier, wo Deutsch kann“ den Niedergang der deutschen Sprache – vom „Alten Fritz“, der lieber Französisch parlierte, über Hitler, die Beatlesgeneration bis zum Wichtigtuer-Deutsch und dem Kiez-Deutsch. Dennoch ist der Eindruck nach der Lektüre des Buches nicht nur positiv, was auch daran liegt, dass Hock inhaltlich wenig Neues liefert – abgesehen von einigen Details aus der Frühen Neuzeit (wie etwa über die Fruchtbringende Gesellschaft, die sich der Pflege der deutschen Sprache gewidmet hatte): Die Klagen über das Denglisch, das Mischmasch aus Englisch, Deutsch und Pseudoenglisch, der Manager, Werber und PR-Leute, sind ebenso bekannt wie die Merkwürdigkeiten der „Kanak-Sprak“, die ganz ohne Artikel auskommt, dafür aber mit „sch“-Lauten („Isch stesch disch ab, du Opfer.“), durchsetzt ist. Auch die Klagen über die verhunzte Rechtschreibreform sind nichts Neues. Der Frage, was denn eigentlich gutes Deutsch ausmacht, widmet sich der Autor nicht einmal ansatzweise – alle von ihm benannten Einflüsse sind negativer Natur. Dabei wirkt es schon fast unfreiwillig komisch, wenn ausgerechnet ein Schriftsteller, der das Deutsche von englischen Wörtern reinigen will, selbst Wendungen wie „macht Sinn“ (makes sense) verwendet – und zwar keineswegs selbstironisch.

„Die Ränke zahl ich dir heim, du Hemd“
Für Leser, die keine Sprachtheorien erwarten, ist die Lektüre des Buchs dennoch ein insgesamt Gewinn, denn Hocks Sprachgeschichte ist amüsant geschrieben und bietet einen Überblick über die prägenden Einflüsse auf die deutsche Sprache in den letzten 200 Jahren. Eine gute Idee Hocks ist das Glossar aussterbender und ausgestorbener Wörter inklusive der Möglichkeit, diese in die Jugendsprache zu integrieren. Zum Beispiel: „Ey, die Ränke zahl ich dir heim, du Hemd“. Noch amüsanter liest sich allerdings das vom „Literaturpapst“ Helmut Karasek geschriebene Vorwort, in dem anhand eines Goethe-Gedichts („Vom Vater hab ich die Statur, Des Lebens ernstes Fürchten, Von Mütterchen die Frohnatur und Lust zu fabulieren.“) der Wandel der deutschen Sprache aufgezeigt wird. Immerhin stellt Karasek nicht nur einen Niedergang des Deutschen, sondern auch einen „wunderbaren Aufschwung“ fest. Vielleicht wäre das ja eine Anregung für ein noch zu schreibendes Buch Hocks.


Andreas Hock, Bin ich denn der Einzigste hier, wo Deutsch kann? Über den Niedergang unserer Sprache. Riva, 102 Seiten, 14,99 €

Sei achtsam aber nicht ohne Mitgefühl

Reiche reicher, Arme arm

Zu Achtsamkeit wird man eine Vielzahl von Titeln finden. In Kombination zu Mitgefühl verweist das Suchergebnis auf derzeit nur einen Titel: Achtsames Mitgefühl von Paul Gilbert und Choden. Warum diese Kombination besondere Erkenntnisse bringt, beschreibt dieses Buch mit interessanten Thesen und praktischen Übungen. ...

... 2008 lernten sich Paul Gilbert, Professor für Klinische Psychologie an der University of Derby, und Choden, mit bürgerlichem Namen Sean McGovern, auf einer Konferenz für Neurowissenschaft kennen und beschlossen, ihre Interessensgebiete zu verknüpfen. Choden studierte in seinem ersten Leben Jura und wechselte dann Namen und Interessensgebiet. Er wurde buddhistischer Mönch in der Karma Kagyu Tradition des Tibetischen Buddhismus und konzentrierte sich in den letzten fünf Jahren auf weltliche Achtsamkeitspraktiken. Mit Kollegen entwickelte er den ersten Masterstudiengang Großbritanniens, in dem Achtsamkeit und Mitgefühl integriert sind. Dieses Aufbaustudium wird an der University of Aberdeen gelehrt. Paul Gilbert erforscht seit einigen Jahren die Neurophysiologie und die therapeutische Wirksamkeit von Mitgefühl. Das aus der Zusammenarbeit entwickelte Buch ist ein interessanter Exkurs in Buddhismus und neurophysiologische Erkenntnisse. Dazu gehört, dass Achtsamkeit das Mitgefühl benötigt und umgekehrt. Achtsamkeit allein kann sich auch auf negative Ziele fokussieren und das Mitgefühl ohne die Achtsamkeit kann in reinem Fühlen münden und läuft Gefahr, in der praktischen Umsetzung zu versagen.

Der erste Teil des Buches schafft die Grundlagen mit Definitionen, Erläuterungen und persönlichen Erfahrungen.Im zweiten Teil geht es in die Praxis. Jede Übung wird in Reflexionen hinterfragt, wodurch der Übende den eigenen Standpunkt und Fortschritt immer neu objektiviert. Man erkennt Mitgefühl als eine extrem starke Motivationskraft, die zu dauerhaften Veränderungen führen kann. Den Leser erwartet eine spannende Mischung aus psychologischen Ratgeber und buddhistischer Selbstreflexion. Eines sei noch angemerkt: Man muss es mögen, auf den Pfaden fernöstlicher Philosophie zu wandeln. Ansonsten wird der kraftvolle Weg, das Leben zu verwandeln, so der Untertitel, eine mühsame Kletterpartie.

Paul Gilbert & Choden, Achtsames Mitgefühl, Arbor, 436 Seiten, 24,90 €

DATEN UND AKTUELLES

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Zum Schmunzeln

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