NETZ UND TRENDS

App jetzt: Obacht

Google

Apps sind prima, hilfreich und machen Spass. Und es gibt sie für alles Erdenkliche. Viele Apps gehen schon deutlich weiter als Informationen aus dem Netz zu holen und anzuzeigen. Wenn wir es wollen, zulassen und falls wir es überhaupt bemerken, dann überwachen und kontrollieren ...

... die Apps auch unseren Alltag. Beim Onlinedienst IFTTT titelte Focus Online „So wird das Smartphone zum Diener“. Die Abkürzung IFTTT steht für "if this then that" und liefert genau das, was es verspricht: Wenn dies passiert, tu das. So lassen sich mühelos Prozesse automatisieren, etwa automatisch E-Mails verschicken, Twitter-Nachrichten absetzen oder in Abhängigkeit von anderen Ereignissen auch schon mal Glühbirnen zu Hause an- oder abschalten.

Abschalten? Mmmmmh.
Eingerichtete Routinen sind prima. Allerdings nur so lange, wie man die Abläufe auch wieder ändern kann. Routinen erleichtern, führen aber auch zu Denkfaulheit und damit zu Abhängigkeit. Nicht jeder mag von seinem Smartphone daran erinnert werden, dass er letzte Woche nicht gejoggt ist. In aller Regel weiß man das selber und meist gibt es auch dafür Gründe. Fatalerweise verkehren sich die Nutzungsmöglichkeiten. Ehemals musste man einstellen, was man möchte, jetzt muss man aus einem Portfolio von Voreinstellungen jene abschalten, die man nicht möchte. Und wer kann denn ausschließen, dass Vorratsdatenspeicherung sich demnächst nicht auf Apps bezieht oder schon angewandt wird. Es würde einem einen ziemlichen Schrecken einjagen, wenn die Krankenkasse anriefe und ermahnt, weniger zu trinken. Die Leberwerte wären hoch und wenn sich das nicht ändert, ändert sich der Zuzahlungsanteil bei der nächsten Leberbehandlung. Zum Beispiel. App-Nutzung ist prima, hilfreich und macht Spass. Mit Obacht eben.

Facebookeinstellungen: Obacht 2

Noisli

Das Geschäftsmodell von Facebook ist, salopp formuliert, Data-Mining. Die euphorisch hinterlegten Informationen und Bilder der Nutzer sind ein unerschöpflicher Pool an Handelsware für den Social Network Giganten. Weil er sich eben verschiedene ...

... Hintertürchen offenhält, diese Informationen für eigene Zwecke zu nutzen. Facebook schaltet Werbung auf fremden Websites und zeigt dort möglicherweise auch das Profilfoto eines Nutzers und seinen Namen an. Wer das nicht will, kann solche Werbung komplett verbieten und einstellen, dass "Niemand" seine Daten auf anderen Websites sehen darf. Dasselbe gilt für soziale Werbeanzeigen innerhalb von Facebook selbst. Unter dem Stichwort "Umgehende Personalisierung" erlaubt Facebook zusätzlich "Partner-Websites" den Zugriff auf Nutzerdaten und die Daten der Nutz-Freunde. Diese Einstellung ist bei den meisten Nutzern automatisch aktiviert – man sollte sie auf jeden Fall deaktivieren.
Facebook kann Nutzer außerdem Werbung anzeigen, die darauf basiert, welche Webseiten außerhalb des Netzwerkes man besucht oder welche Apps man nutzt. An diese Daten kommt Facebook über das eigene Werbenetzwerk. Wer das nicht möchte, kann diese Werbeform nicht über Facebook selbst abstellen, sondern muss sich dafür bei der European Digital Advertising Alliance melden.

Whitewalling und Super-Logout
Beim Whitewalling räumen Nutzer in regelmäßigen Abständen ihre Chronik auf und löschen einfach alle Beiträge, die darauf zu sehen sind. Ein weiterer Kniff zur weitergehenden Wahrung der Privatsphäre ist der Super-Logout. Facebook bietet die Möglichkeit, das Konto zu deaktivieren. Damit wird es nicht gelöscht, sondern nur stillgelegt. Das Konto ist ab diesem Zeitpunkt nicht mehr in der Suchfunktion oder in Freundeslisten zu sehen. Erst beim nächsten Einloggen wird es wieder aktiviert. Wer einen kompletten Leitfaden zum sicheren Profil auf Facebook sucht, der wird bei www.einslive.de fündig. Unter dem Titel „Facebook, aber privat“ gibt der Autor Dennis Horn zahlreiche Tipps und Tricks für den Umgang mit Facebook.

ERFAHRUNGEN UND ERFOLGE

Reisezeit und Reisekosten im Beruf

Home-Office

Wer für die Firma auf Achse ist, ist gut beraten, sich schlau zu machen, welche Regeln gelten, denn nicht jede Reisezeit ist auch Arbeitszeit und nicht alle anfallenden Kosten lassen sich steuerlich als Werbungskosten geltend machen. ...

... So ist bspw. die Anfahrtszeit zum Arbeitsplatz keine Arbeitszeit, sondern eine private Tour. Die Arbeitszeit beginne am Betriebstor, sagen Arbeitsrechtler. Wer hingegen dienstlich unterwegs ist, kann unter Umständen Arbeitszeit geltend machen – etwa dann, wenn er selbst Auto fährt – während des Autofahrens sind keine anderen Beschäftigungen möglich – oder wenn er im Zug oder im Flieger Akten wälzen muss. Reist er aber mit der Bahn und liest eine spannende Zeitung oder einen Schmöker oder unterhält er sich mit Mitreisenden, werden die Wegezeiten nicht auf die Arbeitszeit angerechnet.

Vorsicht Falle!
Vielflieger nutzen gerne Bonusmeilen der Fluggesellschaften für private Zwecke – für einen Shoppingtrip nach London oder ein Wochenende in Paris, doch Vorsicht: Erlauben die Arbeitsverträge nicht explizit den Privatgebrauch der Bonusmeilen, dann ist das im schlimmsten Fall ein Kündungsgrund. Gleiches gilt für Bonuspunkte bei der Bahncard – diese stehen, soweit nicht anders verfügt, dem Arbeitgeber zu. Ob Reisezeit bezahlt wird, ist eine Sache der Umstände – bei Tätigkeiten, bei denen das Reisen zu den Hauptpflichten des Beschäftigten zählen, etwa bei Außendienstmitarbeitern, Handelsvertretern, Taxi- oder LKW-Fahrern, auf jeden Fall. Bei anderen Tätigkeiten kommt es darauf an. Hier hängt viel von der beruflichen Position und dem Gehalt ab, je höher beide sind, desto eher entfällt die Vergütungspflicht.

12 Euro steuerfrei
Als Verpflegungspauschale setzt der Gesetzgeber eine steuerfreie 12-Euro-Pauschale ab einer Abwesenheit von mehr als acht Stunden an. Beträgt die Dauer 24 Stunden, so erhöht sich die Pauschale auf 24 Euro. Muss ein Beschäftigter auswärts arbeiten, können die Übernachtungskosten als Werbungskosten abgesetzt werden – die entsprechenden Belege und Quittungen müssen aufbewahrt werden. Allerdings gilt für das Geltendmachen der Ansprüche eine Frist von 48 Monaten. Danach lassen sich laut Verbraucherzentrale NRW nur noch pauschal 1.000 Euro monatlich als Werbungskosten für Übernachtungen geltend machen. Arbeitnehmer, die beruflich viel unterwegs sind, sind auf jeden Fall gut beraten, auf klare Regeln in den Arbeitsverträgen zu achten.

Freizeit brutto für netto

Vertrauen

Prämien und Boni sind beliebte Instrumente für Unternehmen, um die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter zu steigern. „Smart“ sollen sie sein – eindeutig, messbar, erreichbar, relevant und zeitgebunden („specific, measurable, achievable, relevant, timed“). Mit der Betonung der Messbarkeit ergibt sich ein Vorrang von quantitativen Kriterien gegenüber qualitativen, was dem Unternehmen unter Umständen schadet. ...

Etwa dann, wenn nicht berücksichtigt wird, ob der Anlageberater der Bank die Bausparverträge an junge Familien oder an Bewohner von Altenheimen verkauft. Oder wenn außer Acht gelassen wird, ob er sich gegenüber seinen Kollegen hilfsbereit verhält und sich in Teams einfügt oder nicht. Oder wenn ignoriert wird, welcher Arbeitseinsatz hinter bestimmten „objektiven“ Zahlen steht. Oder wenn der Einsatz von Fachkräften für die Aus- und Weiterbildung nicht berücksichtigt wird. Rein quantitative Kriterien haben demnach den Vorzug, messbar und eindeutig zu sein, weisen aber den Nachteil auf, sehr wichtige andere Kriterien nicht zu berücksichtigen – und schlimmstenfalls die Motivation der Beschäftigten sinken zu lassen. Also das Gegenteil von dem zu erreichen, was ursprünglich angestrebt war.

Verteilung nach Gutsherrenart
Inzwischen sind die Nachteile rein quantitativer Kriterien bei der so genannten variablen Vergütung in vielen Führungsetagen der Unternehmen erkannt worden. Und so plädieren immer mehr Experten bei „Motivationssystemen“ für eine Mischung aus „harten“, quantitativen und „weichen“, qualitativen Kriterien bei der Verteilung von Boni und Prämien. Mehr Freiheit bei der Vergütung bedeutet allerdings auch ein höheres Risiko, dass Gerichte im Streitfall die Vergütung als ungerecht beurteilen. Eine Verteilung der Gelder nach Nasenfaktor oder Gutsherrenart sei ebenfalls nicht ganz ausgeschlossen, fürchten einige Fachleute. Ein Warten auf den Weihnachtsmann dürfe es nicht geben. Immerhin handelt es sich um ein Problem von nicht unbeträchtlichen Dimensionen angesichts des Stellenwerts der variablen Vergütung in Deutschland: So beziehen laut einer aktuellen Untersuchung von Kienbaum 95 Prozent der obersten Führungskräfte eine variable Vergütung und 87 Prozent der mittleren Führungskräfte. Diese nimmt durchschnittlich zwischen 21 und 13 Prozent des Gesamteinkommens ein.

Freier Tag statt mehr Geld
Wie weit sich Prämien und Boni auf die Motivation auswirken, ist allerdings immer noch umstritten. Wahrscheinlich ebenfalls weniger als „weiche“ Faktoren wie Betriebsklima, Familienfreundlichkeit, eigenverantwortliches Arbeiten und Weiterbildungsmöglichkeiten. Unter Umständen ist es besser, nach einem erfolgreichen Projekt statt mehr Geld einen freien Tag anzubieten. Denn hierbei hält der Fiskus die Hand nicht auf und es gilt brutto für netto.

ENTWICKLUNG UND BEISPIELE

Papier und Filzstift statt Powerpoint

RoboWeb

Graphic Recorder sind Menschen, die gut zeichnen können und Vorträge über Punkt Punkt Komma Strich visualisieren. Sie sind sozusagen die fleischgewordene Weiterentwicklung des arg ins Hintertreffen geratenen Powerpoint. Graphic Recording heißt ...

... live grafisch aufnehmen bzw. festhalten (engl. to record = aufnehmen). In aller Regel geht es um die Anfertigung eines visuellen Verlaufsprotokolls während einer Veranstaltung. Je nach angewandter Technik entstehen beim Graphic Recording entweder großflächige Visualisierungen oder Bildwände.

Neues altes Handwerk
Graphic Recorder übersetzen komplexe Reden und Vorträge in leicht verständliche Skizzen. Sie helfen den Zuhörern, visuelle Brücken zu dem Gehörten zu bauen und damit die Inhalte mit Bildern im Kopf zu verankern. Sie brauchen Konzentrationsfähigkeit, da sie wie ein Simultanübersetzer das Gehörte direkt umsetzen müssen. Offensichtlich hat sich diese Art der Präsentation in den Manageretagen gut herumgesprochen. Einige Anbieter sind mittlerweile durchgebucht. So greifen wohl die Bundeszentrale für politische Bildung oder die Bertelsmann Stiftung auf diese neue, alte handwerkliche Form der Präsentation zurück. Laut Information des Bundesverbandes der Kommunikationsdesigner fallen für diese Dienstleistung zwischen dreihundert und tausend Euro pro Tag an. Informationen hierzu sind auch über den Berufsverband für Illustratoren erhältlich. Auch dieser Newsletter versichert sich der graphischen Nachhaltigkeit und verweist hiermit auf das neue Werk unseres Karikaturisten Thomas Plassmann am Ende des Newsletters.

Der kleine Bruder des Todes

Jahrmarkt der Eitelkeiten?

Schlafentzug foltert. Jüngster Beleg für diesen Umstand scheint die Autoimmunerkrankung von Thomas Middelhoff in Haft. Aber auch zuviel Schlaf kann sich negativ auf den Körper auswirken. Warum denn nun ...

... wir genau schlafen, ist unter Forschern noch immer umstritten. Als wahrscheinlich gilt, dass sich Körper und Geist im Schlaf regenerieren. So werden die Erlebnisse des Tages im Schlaf sortiert und gespeichert und es wachsen neue Nervenbindungen im Gehirn. Überflüssige Informationen werden dagegen aussortiert. Zudem soll im Schlaf das Immunsystem gestärkt und beschädigtes Gewebe repariert werden.

Schlaf hilft, egal wann
Wann dafür der beste Zeitpunkt ist, bleibt umstritten. Vor Mitternacht oder vor zwei Uhr morgens, das hängt wahrscheinlich von der individuellen Disposition ab. In China ist es durchaus verbreitet und üblich, nach dem Mittagessen den Kopf auf die Tischplatte zu legen, um mit einem Power-Napping die Arbeitskraft für den Nachmittag wieder herzustellen. Bei uns ist der Schlaf während der Mittagspause eher verpönt. Warum eigentlich? Es ist doch bekannt, dass Schlafmangel gravierende Folgen hat.
Wer regelmäßig zu wenig schläft, leidet schnell unter einem erheblichen Schlafdefizit. Menschen, die unter Schlafmangel leiden, altern jedoch schneller. Da sich ihr Immunsystem im Schlaf nicht ausreichend erholen kann, sind sie außerdem anfälliger für Erkrankungen. Ein Schlafdefizit geht darüber hinaus mit einer erhöhten Müdigkeit sowie einer geringeren Konzentrationsfähigkeit einher. Deswegen sind Personen, die unter Schlafmangel leiden, auch häufiger in Unfälle im Straßenverkehr verwickelt. Auch die Arbeit im Büro fällt schwerer, wenn man nicht genügend geschlafen hat: Man ist reizbarer, gestresster und kann nur schwer Entscheidungen treffen.

Risikopatient Dauerschläfer
Auch zu viel Schlaf kann sich negativ auf unseren Körper auswirken. Wer zu viel schläft, fühlt sich am nächsten Morgen nicht frischer und munterer, sondern oftmals noch müder und zerschlagener als üblich. Neuere Studien aus Großbritannien und den USA weisen auch darauf hin, dass bei Langschläfern sowohl das Krankheitsrisiko als auch die Sterberate erhöht ist. Das sollte aber nicht in Angst und Schrecken versetzen, da doch die Literatur den Schlaf als kleinen Bruder des Todes kennt.

BÜCHER UND ARTIKEL

Einfach mal die Fresse halten

Magier

Schlimmer als Lügen ist der Bullshit. Zu diesem Ergebnis kommen die Wissenschafts-journalisten Tobias Hürter und Max Rauner in ihrem Buch „Schluss mit dem Bullshit“. Bullshit lauere überall und meistens bemerke man ihn zu spät, so Hürter und Rauner. Er kann gefährlich sein, ist aber zugleich notwendig ...

... Was aber ist Bullshit? Gleich im ersten Kapitel entwickeln die beiden Autoren – Hürter ist Chefredakteur des Philosophiemagazins „Hohe Luft“ – eine „Philosophie des Bullshit“, zu der Papst Franziskus, Wittgenstein und Harry G. Frankfurt, der erste Philosoph, der sich mit dem Bullshit beschäftigt hat, herangezogen werden. Das einfache Fazit: Bullshit ist Gelaber. Dabei spielt es keine Rolle, ob Bullshitter ihr Gelaber glauben. (Harry G. Frankfurt hatte den Bullshit noch von der Täuschungsabsicht des Bullshitters abhängig gemacht.) Auch wird das Bullshitten weniger hart bestraft als das Lügen, da die meisten Menschen eher bequatscht als belogen werden wollen. Und schließlich gehört Bullshit zur Demokratie. Oder wie es Frankfurt formuliert: „Gesellschaften, die größeren Wert auf öffentliche Meinungsbildung legen, neigen dazu, mehr Bullshit zu produzieren.“ Und so stammen denn auch viele Beispiele in dem Buch aus den USA, sozusagen dem Mutterland des Bullshits, nicht wenige aber auch aus Deutschland.

Von starken Managern und innerumweltlicher Zuhandenheit
Die beiden Autoren, dem allgegenwärtigen und unvermeidlichen Bullshit auf der Spur, unternehmen eine Odyssee durch das Universum des Bullshits, die vom Smalltalk, über Werbung, Esoterik, Psychotherapie und Medizin, bis zu Religion, Politik, Medien, Wissenschaft und Wirtschaft reicht. Besonders witzig und animierend lesen sich die Kapitel Werbung, Medien, Politik und Wissenschaft, während das Thema Wirtschaft Altbekanntes zum Denglisch der „Top-Performer“ liefert. Interessant ist es, wenn Bullshit in der Wahrnehmung zum „Klartext“ mutiert. Manager Jack Walsh: „Starke Manager, die harte Entscheidungen zum Abbau von Jobs treffen, sind in der heutigen Welt die Einzigen, die für Jobsicherheit sorgen.“ Beim Thema Wissenschaft geht es vor allem um die Frage, was Wissenschaft, Protowissenschaft (eine Wissenschaft, deren Wissen¬schaftlichkeit sich erst später erweist) und Pseudowissenschaft unterscheidet. Ob Pseudowissenschaft aber einfach Bullshit, also Gelaber ist, diese Frage stellen sich die beiden Autoren nicht. Hürter verschont auch nicht seine eigene Disziplin, die Philosophie, und zitiert den bekanntesten modernen Metaphysiker, Martin Heidegger: „Das ontologisch verstandene Bewendenlassen ist die vorgängige Freigabe des Seienden auf seine innerumweltliche Zuhandenheit.“ Manchmal ist es schwierig, so die Autoren, philosophisch Tiefes von Bullshit zu unterscheiden.

Am Ende jedes Kapitel liefern Hürter und Rauner eine Anleitung, den Bullshit zu erkennen. Im Umgang mit ihm plädieren sie für Pragmatismus, denn niemand kann existieren ohne selbst Bullshit zu reden. Es kommt darauf an, den eigenen Bullshit auf das Notwendige zu beschränken, sich also nicht dem Geschwafel anzupassen (Opportunismus) oder es in Bausch und Bogen zu verdammen (Dogmatismus). Einer vertiefenden Einarbeitung in den Bullshit dienen die Buchtipps und Quellen am Ende des Buches. Insgesamt eine leicht lesbare, amüsante und an einigen Stellen sogar tiefgründige Lektüre. Wer es einfacher haben möchte, kann es mit Dieter Nuhr halten: „Wenn du keine Ahnung hast, einfach mal Fresse halten.“


Tobias Hürter, Max Rauner, Schluss mit dem Bullshit. Auf der Suche nach dem verlorenen Verstand, Piper, 304 Seiten, 2. Aufl., 16,99 €

Quasseln will gelernt sein

Reiche reicher, Arme arm

Smalltalk hat in Deutschland einen schlechten Ruf, gilt als oberflächlich und nichtssagend. Dabei ist der Smalltalk nicht nur notwendig, sondern auch karriereförderlich, findet Frank Naumann in seinem Ratgeber „Die Kunst des Smalltalk“. Man muss auch kein Kommunikationsgenie sein, um die Cocktailparty gut zu überstehen ...

... Die Tipps und Tricks, die Naumann bietet, reichen vollkommen. Der Autor, nach einem Studium der Philosophie, Psychologie und Biologie und einer Habilitation zu einem philosophischen Thema der Naturwissenschaften Kommunikations¬psychologe an der Humboldt-Universität in Berlin und heute freier Autor, liefert zahlreiche Praxisempfehlungen – bspw. wie man Schüchternheit überwindet oder für sich nutzt, welche Gesprächsthemen sich empfehlen, welche hingegen ein absolutes Tabu sind, wie man mit anstrengenden Gesprächspartnern, etwa Selbstdarstellern, Dauerredner, „Stimmungskanonen“, Grabschern oder Sesselhockern, umgehen sollte, wie man Kontakt aufnimmt und Gespräche beendet. Amüsant und anschaulich, mit zahlreichen Praxisbeispielen versehen, schildert Naumann die häufigsten Patzer – etwas ganz Natürliches in einer Konversation – und wie man auf Fauxpas reagieren sollte, solchen seiner Gesprächspartner, vor allem aber eigenen.

Erfolgreiche Gesprächsthemen
Wie fast immer ist Souveränität angesagt. Übermäßige Entschuldigungen machen die Sache oft schlimmer als sie ist – und liefern im schlimmsten Fall weitere Patzer. Ein weiterer grundsätzlicher Tipp lautet Gemeinsames zu betonen, Trennendes zu ignorieren. Hier erweist sich die Stärke des Smalltalks, nämlich sein Gegenüber erst einmal „abzuklopfen“ und zu prüfen, ob sich ein engerer Kontakt lohnt. Wer die Kunst des virtuosen Plauderns beherrscht, weiß auch, wann er die Plauderei beenden sollte, wie er sie beenden sollte und wie er – falls Interesse besteht – das Gespräch wieder aufnimmt und dieses Mal etwas mehr in die Tiefe geht. Hierzu finden sich ausführliche Beispiele, wobei die Themenfelder in einzelnen Kapiteln (Partnerschaften, Reisen, Tabuthemen etc.) abgearbeitet werden.

Smalltalk zur Netzwerkpflege
Alles in allem bietet das Buch eine verständliche, anregende, manchmal an den Smalltalk erinnernde Lektüre, die auch auf Kleidungsstil und Körpersprache eingeht. Nützlich sind seine Empfehlungen zum Smalltalk für Fortgeschrittene und Profis mit Hinweisen zum Anekdotenerzählen und zur Netzwerkpflege. Kurz angemerkt sei noch, dass für den englischen Anthropologen und Evolutionspsychologen Robin Dunbar der Klatsch und indirekt auch Smalltalk existentiell für das Überleben ist (Klatsch und Tratsch. Wie der Mensch zur Sprache fand, München 1998). Also, wer Angst davor hat, wie Peter Sellers zum „Partyschreck“ zu mutieren, sollte auf jeden Fall zu diesem Buch greifen.

Frank Naumann, Die Kunst des Smalltalk. Leicht ins Gespräch kommen, locker Kontakte knüpfen, rororo, 240 Seiten, 8,99 €

DATEN UND AKTUELLES

Öffentliche Trainings

Unser nächstes öffentliches Managementtraining
"WANDEL-MACHT-MUT"
findet an den folgenden Terminen statt:

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"AKQUIRIEREN-VERHANDELN-ABSCHLIEßEN"
findet an den folgenden Terminen statt:

KARRIKATUR

Zum Schmunzeln

Zum Schmunzeln

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