NETZ UND TRENDS

Evergreen Evernote

e-mail

Mit einer neuen Version meldet sich die App Evernotes im Zirkus der Arbeitserleichterungen zurück. Man traut es sich ja fast nicht zu sagen, doch die Applikation verdient mit seinem Erscheinen im Jahr 2008 schon …

… die Bezeichnung „Methusalem“. Nach einem Hackerangriff im Februar 2013 kam der Anbieter ordentlich ins Schlingern, hat sich aber dank seiner Zwei-Faktor-Authentifizierung ins Geschäft zurückkämpfen können. Das Prinzip ist das gleiche geblieben: Man erstellt bspw. Notizen, versehen mit Memos, Fotos oder Grafiken und hat von all seinen Geräten Zugriff auf diese Informationen. In der neuen Version gibt es eine neue Benutzeroberfläche mit Erinnerungen, Shortcuts und einer besseren Suche. Die App ist in drei Versionen erhältlich- Evernote Basic ist kostenlos und bietet ein gutes Werkzeug für die gelegentliche Nutzung. Dazu gehört die Speichermöglichkeit von Artikeln im Internet und die Freigabe sowie Diskussion von Inhalten. In der Ausführung Plus wird die häufige Nutzung vorausgesetzt und die Notizen bleiben auch offline verfügbar. Überdies können die Inhalte auf dem Smartphone mit einem Passwort geschützt werden. Bei der Premium Anwendung wird eine Suchfunktion über alle Anwendungen geboten und die Notizen lassen sich in Präsentationen verwandeln.

Evernote Basic: gratis Evernote Plus: 2,99 € mtl./19,99 € jährlich Evernote Premium: 4,99 € mtl./ 39,99 € jährlich

WhatsApp via Rechner

Speicherstick

Mit WhatsApp Web liefert WhatsApp nun auch eine Version für die Nutzung am Rechner. Der Chat am PC funktioniert ähnlich wie die Anwendung auf dem Mobilgerät und bedarf keiner großen Umstellung bei der Bedienung. Unterstützt wird die Web-Version unter Chrome, Firefox, Opera und …

… Safari. Um den Web-Client zu nutzen, muss zunächst das WhatsApp-Konto mit der Web-App verknüpft werden. Man startet die Anwendung auf dem Smartphone, öffnet das Menü und wählt WhatsApp Web. Die Verbindung mit der App auf dem eigenen Telefon wird per QR-Code hergestellt. Hierfür wird die aktuelle Version des Messengers für Android, iPhone, Windows Phone oder Blackberry benötigt.

Mit einem Klick auf das Profilfoto kann in der Web-Version das eigene Bild gegen ein beliebiges auf dem PC ausgetauscht werden, was auch für die Auswahl des Status gilt. Zusätzlich lassen sich alle Chats wahlweise archivieren oder komplett löschen. Für all diejenigen, die den Arbeitsprozess ungern unterbrechen, ist die Desktop-Version eine ideale Ergänzung, da das Entsperren auf dem Smartphone entfällt und sich das WhatsApp Icon als Fenster in den Hinter- oder Vordergrund des Bildschirms legen lässt.

ERFAHRUNGEN UND ERFOLGE

Trug und Tabellenkalkulation

Entscheidungsgewalt

Die Hälfte aller Berechnungen weisen Mängel auf. So die verkürzte Version einer Erkenntnis, die spätestens seit 2000 auf einer jährlichen Fachtagung das Thema in den Fokus rückt. Es geht um den richtigen Umgang mit Tabellenkalkulationen, allen voran ...

... Excel. Die Fachtagung wird von einem Gremium um den irischen Excel Veteranen Patrick O`Beirne organisiert. Die European Spreadsheet Risks Interest Group, kurz Eusprig, dokumentiert unter anderem auf www.eusprig.orgb neueste Entwicklungen und listet in einer ständig aktualisierten Onlinesammlung peinliche Fälle auf. Hauptsächlich drei Fehlerquellen führen zur Verrechnung: menschlicher Irrtum, Betrug und Hochmut. Vertippte Zahl, verquere Formel und schon summieren sich in einem fortgeführten Excel-Sheet die Fehlkalkulationen auf astronomische Zahlen. Apropos Zahlen, der Ökonom Raymond Panko von der Universität Hawai schätzt die Anzahl der Nutzer von Tabellenkalkulations-Software auf weltweit 750 Millionen Menschen.

Unglaubliche 94 Prozent aller Excel-Arbeitsblätter enthalten seiner Ansicht nach Fehler. Ein vergessenes Minuszeichen veränderte beispielsweise die Ertragsrechnung von Fidelity Investments für ihren Magellan Fonds um 2,6 Milliarden Dollar nach oben. Irrtum. Es ist leicht vorstellbar, dass in einer ellenlangen Kalkulation die absichtlich falsche Zahl oder ein bewusster kleiner Formeldreher nahezu unauffindbar versteckt bleiben. Betrug. Die feste Überzeugung der Programmierer, ein unfehlbares Programm an den Markt gebracht zu haben, ignoriert die menschliche Fehlbarkeit als Schwäche. Hochmut. Also Augen auf beim Einsatz von Excel und vielleicht lohnt sich der gelegentliche Ausflug auf die Eusprig-Seite, um den eigenen Umgang mit den Spreadsheets zu sensibilisieren.

Das Leben ist eine Baustelle - Aktives Alter

Pinocchio

„Man lernt nie aus“ oder „Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück“ sind Kalendersprüche, derer man sich immer wieder gern bedient, um Small-Talk Lücken zu schließen. Entgegen früherem Sehnen, ...

bald in Rente oder Pension gehen zu können, scheint der heutige Zeitgeist das Gegenteil anzustreben. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden forschte und fand heraus, dass 80 Prozent der Ruheständler sich vor allem eine sinnvolle Beschäftigung wünschen. Immerhin 75 Prozent möchten über Weiterarbeit in Kontakt mit anderen Menschen bleiben. 70 Prozent versprechen sich persönliche Zufriedenheit durch Arbeit im Alter. Das dies nicht nur Wunsch, sondern auch Wirklichkeit ist, belegen Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Mit neun Prozent der Männer im Alter zwischen 65 und 74 Jahren waren doppelt so viele Menschen in dieser Altersgruppe berufstätig wie 2005, Tendenz steigend.

Unis, Sprach- oder EDV-Kurse verzeichnen immer höhere Teilnehmerzahlen aus Altersgruppen, die sich früher vorzugsweise im Park oder hinter dem Ofen aufgehalten haben. Die modernen Zeiten scheinen mit der Forderung nach fortwährender Weiterbildung die Agilität im Alter zu animieren. Im Unterschied zum jungen Arbeitnehmer steht hier nicht das Salär im Vordergrund, sondern vor allem Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung. Aktive Alte landen bald womöglich öfter auf den Schreibtischen von Personalern als in Altenheimen. Somit findet auch ein anderer, alter Kalenderspruch eine fröhliche Wiederbelebung: Wer rastet, der rostet.

ENTWICKLUNG UND BEISPIELE

Der Chef hat immer recht - Toben, labern, mauscheln

Holzpuppe

Immer? Gilt das auch für Choleriker, Quasselköppe oder Mauschelbrüder? Im Prinzip nicht, es ist jedoch nicht ganz einfach, dem Vorgesetzten, Missfallen mitzuteilen oder gar Grenzen aufzuzeigen. Wie in vielen Bereichen gilt auch hier, dass nur ...

...sprechenden Menschen geholfen werden kann. Beim Wutbolzen hilft es vielleicht, am nächsten Tag mit der Frage Bezug auf den Ausbruch zu nehmen, mit welchem eigenen Verhalten man denn solche Eskalationen verhindern kann. Oftmals ist es dem Vorgesetzten im Nachhinein peinlich, so entgleist zu sein und er hält sich fürderhin etwas stärker im Zaum. Dem unfokussierten Vielredner mag für Meetings ein Stehtisch helfen, das Verfolgen einer Agenda oder aber eine Redezeitbegrenzung. Alle drei Mittel lassen sich wertneutral als Vorschlag einbringen.

Schwieriger liegt der Fall, wenn der Boss in rechtlicher Grauzone oder darüber hinaus agiert. Hier sitzt der Mitarbeiter schnell mit auf der Anklagebank, abgesehen davon, dass psychische Belastungen und Unlust zur Arbeit damit einhergehen. Die neutrale Ansprache a la „mir ist da etwas aufgefallen“ ohne damit Anschuldigungen zu verbringen kann auch hier Wunder wirken. In letzter Konsequenz empfiehlt es sich, eine dritte Instanz einzubinden, um auf Unregelmäßigkeiten aufmerksam zu machen. Das ist sicher nicht einfach, falsch verstandene Loyalität kann die eigene Existenz deutlich mehr aufs Spiel setzen.

Neue Menschen - Gut, besser, Selbstoptimierer

Ordnungsprinzip

Selbstfindungskurse, Neuro-Enhancer, Implantate und Selbstüberwachung via Apps sind nur Spiegelstrichaufzählungen einer Entwicklung, die gerade erst begonnen hat. Die Botschaft dahinter lautet möglicherweise „Mensch allein reicht..

...nicht mehr aus.“ Die Verquickung von Mensch und Maschine steht am Horizont. Und darüber sind die Meinungen durchaus geteilt. Es gibt ein berühmtes Postulat über die Pflichten des Menschen sich selbst gegenüber, was das Achten auf einen möglichst unversehrten Körper einschliesst. Kant hob hier den Zeigefinger und deutete in eine Richtung, obwohl er Brustwarzenpiercings wahrscheinlich noch gar nicht kannte. Genau wie der oben erwähnte Begriff Neuro-Enhancer (es handelt sich hierbei um Präparate, die Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit verbessern – Jason Bourne lässt grüssen) finden sich in aktuellen Ethikdiskussionen auch der Begriff des „Transhumanisten“. Zwei Strömungen sind derzeit zu beobachten. Die einen wollen so etwas wie einen Cyborg, also ein Wesen aus einer Mischung von Künstlicher Intelligenz, biohumaner Zutaten und künstlicher Exoskelett-Verstärkung, die anderen begnügen sich mit der Verlängerung des menschlichen Lebens. Hier geht die Spekulation hin zu einer Lebenszeit von 120 Jahren, die durch Enhancement-Präparate (s.o.) sogar noch einmal verdoppelt oder verdreifacht werden könnte. Und wenn das noch nicht reichte, so könnte man sich danach mit Freund Willi unterhalten, der sein neuronales Abbild in der Cloud verewigt hat. Kurz gesagt: Zukunftsaussichten überwiegend bewölkt.

Der Optimist wird sagen, dass es wohl nicht so schlimm kommt. Nach dem Zeitalter der Virtual-Reality entdecken dann die Folgegenerationen, dass essen, trinken und Sex eine wunderbare Lebendigkeit vermitteln. Und lehnen sich damit revolutionär gegen ihre Vorväter auf.

BÜCHER UND ARTIKEL

Gegen Vorurteile - Von Kopftüchern und Gurkenkrümmungen

Die Erde ist eine Scheibe?

Wer Vorurteile bekämpfen will, kann dies auf zweierlei Weisen tun: Mit Humor wie das britische Allroundtalent Peter Ustinov oder mit Fakten wie die österreichischen Publizisten Nina Horaczek und Sebastian Wiese

... Nina Horaczek, Journalistin und Autorin eines Buches über den FPÖ-Chef Christian Strache, und Sebastian Wiese, Rechtsanwalt und promovierter Rechtsanthropologe, haben eine Liste von mehr als 20 Behauptungen rund um die Themen Ausländer, Islam, Frauen, Jugend, EU und NS-Zeit zusammengestellt, die sie mit viel Akribie, aktuellen Studien und Statistiken zu widerlegen suchen. Dabei mag man sich fragen, ob sich unterschiedlichste Aussagen unter dem Oberbegriff „Vorurteile“ subsumieren lassen. Dies betrifft Überzeichnungen im Kern richtiger Sachverhalte („Die EU ist nicht demokratisch organisiert.“), Stereotype („Ausländer sind krimineller als Inländer“) oder Straftaten („Den Holocaust hat es nicht gegeben.“). Hier müsste man sich auch fragen, ob eine solche Subsumierung nicht mehr zur Verwirrung als zur gedanklichen Klärung beitragen. Trotzdem ist bei Horaczek und Wiese manches anregend zu lesen, manches gut nachzuvollziehen, wenn es bspw. um die Widerlegung der Behauptung geht, die Jugend würde immer krimineller. Hilfreich ist der leserliche Stil der beiden Autoren; ebenso hilfreich sind auch das Glossar und die Literaturhinweise am Ende des Buches. Den Autoren hätte bei den Statistiken allerdings etwas mehr Präzision gut getan: So kommt der die Angaben addierende Leser etwa im Fall der Schulabschlüsse von Ausländern in Deutschland auf 117 Prozent. Auch etwas mehr Selbstironie hätte dem Buch genutzt, das an einigen Stellen zu „bemüht“ wirkt. Dennoch für Bürger, „die mitreden möchten“ – und an die richtet sich das Buch laut Klappentext ja – eine durchaus lesenswerte Lektüre.


Nina Horaczek und Sebastian Wiese, Gegen Vorurteile: Wie du dich mit guten Argumenten gegen dumme Behauptungen wehrst, Czernin, 192 Seiten, 17,90 EUR

(1.965 Zeichen inkl. Leerzeichen)

Selbst denken. Was sonst?

Der unvernünftige Kunde

Was soll denn der Titel, mag man sich fragen. Natürlich denken wir selbst. Provokant erläutert der Untertitel „Eine Anleitung zum Widerstand“ die eigentliche Zielrichtung des Werkes „Selbst Denken“ von Harald Welzer. Es geht darum ...

... sich die Unbequemlichkeit zu leisten, zu eigenen Urteilen zu kommen. Auch wenn der Mainstream, sprich also die gängige Meinung, etwas anderes suggeriert. Aktuelle Beispiele (VW Skandal, Panama Papers etc.) sind gerade in diesen Tagen zu verfolgen, auch wenn diese Themen keinen Eingang ins Buch gefunden haben. Es ist 2014 erschienen.

Stichwort Abgasskandal: jeder weiß seit Jahren, dass die Verbrauchswerte in den Fahrzeugbeschreibungen im Alltag nie erreicht werden. Man hat diese Erkenntnis nicht weiter hinterfragt. Erst jetzt nimmt die Diskussion darüber Geschwindigkeit auf. Eine Untersuchung in den USA deckte den sogenannten VW-Skandal, der von VW selbst euphemistisch „Diesel-Problematik“ genannt wird, auf.

Darum geht es Harald Weler, um einen Lebensstil, den kaum einer in Frage stellt. Lässig bis hin zur kleinen Spöttelei stupst der Professor, der in Flensburg und St. Gallen lehrt, an. „Sie werden es bemerkt haben: Ich spreche über Sie“, so die Adresse Welzers an den geneigten Leser. In flüssigem Stil erzielt der Autor so manche Aha-Effekte, ohne dabei moralisierend im Sinne des Oberlehrers zu erscheinen. Und derjenige, den der Begriff „Resilienzgemeinschaft“ interessiert oder das Paradoxon, warum der Käufer nicht mehr Konsument ist, wird sich bei der Lektüre des Buches sicher nicht langweilen.

Harald Welzer, Selbst Denken; Eine Anleitung zum Widerstand, S. Fischer Verlag, 330 Seiten, 19,99 EUR

DATEN UND AKTUELLES

Öffentliche Trainings

Unser nächstes öffentliches Managementtraining
"WANDEL-MACHT-MUT"
findet an den folgenden Terminen statt:

KARRIKATUR

Zum Schmunzeln

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#7 {main}