NETZ UND TRENDS

Kobra, übernehmen Sie!

e-mail

Vertrauliches mitteilen kann man über verschiedenste Kanäle. Manchmal wäre es wünschenswert, dass diese Mitteilung sich danach verflüchtigt. Confide App bietet diese Funktion und wäre damit ein wichtiges Werkzeug …

…in der Agenten-Serie gewesen, auf die die Überschrift anspielt. Die kostenlose App erlaubt den diskreten Informationsaustausch. Die Nachrichten werden nicht nur verschlüsselt übertragen, sie lösen sich auch von allein wieder auf. Der Adressat kann die Nachricht nur einmal lesen, danach verschwindet sie als hätte es sie nie gegeben. Auch der Archivierung durch Screenshot ist ein Riegel vorgeschoben, die App erkennt das Vorhaben und unterdrückt die Ausführung. Ebenfalls erscheint die Nachricht nur abschnittsweise. Man muss mit dem Finger über die Nachricht fahren, damit der Text Stück für Stück sichtbar wird. Daher wird selbst ein Foto nur ein Flickwerk des gesamten Textes. Es können so auch Videos, Dokumente oder Fotos versendet werden. Die Dateien sind verschlüsselt und können von einzelnen Personen oder auch Gruppen nur einmal angeschaut werden.

In der kostenpflichtigen Plus-Version für Business-Kunden lassen sich die Nachrichten zurückrufen (sofern sie noch nicht gelesen wurden) oder am Desktop erstellen und lesen. In dieser Erweiterung kostet die App monatlich 7,49 Euro.

Sie sind ja gar nicht in Berlin ...

Speicherstick

könnte es heißen, wenn die neue Funktion von WhatsApp aktiviert wird. Künftig soll man seine Kontakte hiermit bequem orten können. Derzeit nur in der Beta-Version getestet und noch nicht einmal offiziell…

… angekündigt kann man zunächst im Gruppenchat sehen, wo sich die anderen Gruppenmitglieder aufhalten. So ideal es sich für den Kegelverein auf großer Fahrt darstellt, so peinlich kann es sich für den Einzelfall herausstellen. Daher soll die Ortungsfunktion standardmäßig abgeschaltet sein. Bei aktivierter Option lässt man sich ein, zwei oder fünf Minuten finden – oder eben dauerhaft. Im aktivierten Modus erfahren die Teilnehmer im Gruppenchat ununterbrochen und automatisch den Aufenthaltsort des oder der Teilnehmer. Für Außendienstmitarbeiter kann die Ortungsfunktion mittelfristig ein Muss sein. Allerdings könnten sich hier gesetzliche Hürden auftürmen, die die Persönlichkeitsrechte über die beruflichen Belange stellen. Eltern können allerdings hiermit bequem ihre eigenen Kinder orten. Es sei denn, diese sind schon vierzehn Jahre alt. Dann haben sie ein Mitspracherecht.

ERFAHRUNGEN UND ERFOLGE

Anker werfen und den Leuten krumm kommen

Entscheidungsgewalt

Verhandlungsstrategien sind das a und o im Geschäftsleben. Anker- oder auch Framing-Effekt beschreibt das Phänomen, dass eine erstgenannte Zahl den Rahmen bildet, innerhalb dessen sich Preisverhandlungen entwickeln. Ist diese in den Raum geworfene Zahl auch noch krumm, wie etwa ...

... 297,33 statt glatte 300, dann wirkt der Waren- oder Dienstleistungswert realistischer. Einen Preis zu nennen, der präzise wirkt, verleiht dem Handelnden Sach- und/oder Fachkompetenz. Diesem Effekt können sich Laien wie Fachleute gleichermaßen wenig oder gar nicht entziehen, was sowohl in Labor- als auch in Feldversuchen festzustellen ist.

Studenten in psychologischen Versuchen zeigten eine weitere Auffälligkeit. Ließ man die Probanden mit krummen Zahlen in die Verhandlung starten, begannen diese mit vergleichsweise kleineren Beträgen als beim Auftakt mit runden Summen. Also Achtung, wer mit krummen Beträgen startet, neigt dazu, defensiver zu agieren. Von diesem Manko berichtet der Psychologe David Loschelder von der Leuphania Universität Lüneburg im Journal of Experimental Social Psychology. Merke: mit einer krummen und zugleich unverschämten Forderung lässt sich das beste Ergebnis erzielen.

Weisheit: keine Frage des Alters

Pinocchio

Ist Gandalf, der Zauberer aus dem Herrn der Ringe, das Sinnbild von Weisheit, alt mit langem Bart und weißem Haar? Nach neueren Erkenntnissen der Psychologie eher nicht. Freundliche Gelassenheit ...

... ist wichtiger. Das Alter kann die Weisheit zwar befördern, die hierfür nötigen Eigenschaften wie Empathie und Erfahrung können mit den Jahresringen zunehmen. Eine andere wichtige Komponente, Neugier und Offenheit für Neues, wird jedoch eher der Jugend attestiert. Wodurch ist denn nun Weisheit bestimmt? Die Weisheitsforscherin Judith Glück sieht einen schmalen Mittelweg auf der Reise zum Wunschziel Weisheit. Sie empfiehlt, eine eigene Position zu finden und gleichzeitig seine Gedanken, Werte und sein Selbstbild kritisch zu hinterfragen. Mit anderen Worten, es hilft, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen. Denn: „Weisheit ist nichts, was man aus sich selbst entwickeln kann, es braucht den Austausch“.

Und wahrscheinlich nicht nur das, es braucht auch die Fähigkeit, sich die Dinge anzuschauen, ohne direkt über sie zu urteilen. „Hättest Du geschwiegen, wärest Du ein Weiser geblieben“, wussten schon die alten Römer. Einen Management-Kurs zur Weiterqualifikation Weisheit wird es wohl mittelfristig nicht geben. „Weise Menschen sind eher nicht diejenigen, die Karriere machen. Weisheit zeigt sich, wenn man außen steht“, meint Frau Glück. Übrigens, das alte Symbol für Weisheit ist die Schlange. Das mag deuten, wer will. Der Autor enthält sich des Urteils.

ENTWICKLUNG UND BEISPIELE

Schwester des Glücks

Holzpuppe

Zufriedenheit wird als die Stiefschwester des Glücks bezeichnet. Salopp formuliert ist der Unterschied ein hormoneller. Zumindest biochemisch gesehen, denn der euphorische Zustand währt immer ...

...nur einen Moment. Zufriedenheit dagegen kann sogar eine Zustandsbeschreibung sein, und sie hat etwas mit Kopf und denken zu tun. Jochen Brandstätter, emeritierter Professor für Psychologie an der Universität Trier und Verfasser eines Standardwerkes über die Psychologie gelingender Lebensführung, definiert: „Zufriedenheit resultiert immer aus dem Vergleich unserer tatsächlichen Situation und unserer Idealvorstellung. Je kleiner die Kluft ist, desto zufriedener sind wir.“

Nein, nein, sofort hoch von der Couch, wir reden nicht über satte Selbstzufriedenheit. Dieses Thema hier ist mit Arbeit verbunden, der Denkprozesse vorangehen. Für den Stoiker (philosophische Denkrichtung) gilt unter anderem, dass nicht Ereignisse oder andere Menschen uns das Leben schwer machen, sondern unsere Bewertung derselben. Anders gesagt, auch der zweite Platz verdient Beachtung, auch wenn das Ziel der Sieg war. Beim nächsten Mal wird es besser und damit versperrt eine wichtige weitere Erkenntnis den Weg zum lockenden Sofa. Es gilt, das neue Ziel mit machbaren Zwischenschritten zu unterteilen. Der Lohn winkt schon vor der letzten Etappe, man wird begleitet von Zufriedenheit.

Schau mir in die Augen, Kleines

Ordnungsprinzip

Reden wir vom Sprechen, sprechen wir zunächst nicht von Mimik und Gesten. Fehlen diese jedoch, fehlt uns was und es dauert einen Moment, bis wir ...

... die körperliche Unterstützung als erklärendes Beiwerk des Vortrags vermissen. Langweilig, hölzern und roboterhaft sind nur eine Auswahl von Adjektiven, die gestenfreies Gerede in die Ecke des Uninteressanten verbannen. Dabei bietet der Körper eine Menge an Instrumenten, die die Erzählung untermalen und schmücken können. Wahl und Wirkung der Werkzeuge ist wohl bei Mann und Frau unterschiedlich. Für den Kölner Diplompsychologen Daniel Brunsch schauen Frauen mehr auf die Augen, wohingegen Männer mehr Mund und Hände im Blick haben.

Gerade für die wiederentdeckte Kunst des aktiven Geschichtenerzählens, neudeutsch auch „Storytelling“, gilt, Körpereinsatz schafft Spannung und damit anhaltende Aufmerksamkeit. Wer nie eine Geschichte erzählt hat, kennt auch keine begleitenden Gesten. Ohne den unterstützenden Gesichtsausdruck oder die passende Handbewegung verpuffen Pointen und der Witz mündet nicht in Gelächter, sondern in Gähnen. Vielleicht ist man zu sehr daran gewöhnt, sich durch Filme unterhalten zu lassen und damit einer konkreten Bildsprache zu folgen. Vielleicht sind manche Themen heute auch zu abstrakt, um ihnen eine eindeutige Gebärde zuzuordnen. Die Erzähler auf den Marktplätzen im Mittelalter hatten in erster Linie die Sprache und ihren Körper als Medium. Das hat gereicht, um in den Köpfen ihrer Zuhörer ein Feuerwerk der Phantasie zu zünden. Dass dies heute noch immer funktioniert, sieht man an Beispielen wie Steve Jobs, dessen Präsentationen regelrechte Nachfragehysterien auslösen konnten.

BÜCHER UND ARTIKEL

Bestätigte Erwartungen als Fehlerquelle

Die Erde ist eine Scheibe?

Schon vor einiger Zeit wurde hier „Schnelles Denken, langsames Denken“ von Daniel Kahnemann besprochen. Nun erschien von Bestsellerautor Michael Lewis „Aus der Welt“, die Geschichte einer Freundschaft, ...

... die biografisch den Hintergrund erzählt, wie Kahnemann auf seinen späteren Freund und Forschungspartner Amos Tversky trifft und wie diese Charaktere ihre Gegensätzlichkeit synergetisch nutzten. Als interessant erweist sich die Lektüre im Hinblick auf Phänomene wie „Fake News“ oder auch die Wiedergeburt des „Storytelling“. Kahnemann und Tversky legten die Grundlagen dafür, was heute als Verhaltensökonomie bezeichnet wird. Sie fanden heraus, aus welchen Motivationen der Mensch handelt, wenn er glaubt, er handle rational. Hierzu gehört unter anderem der Bestätigungsfehler. Man bildet sich eine Meinung und ordnet alle weiteren Informationen dieser Einschätzung zu. Informationen, die diese Meinung stützen, werden wahrgenommen, gegenteilige Hinweise ausgeblendet. Kahnemanns Erklärung: „Das menschliche Gehirn hat kein besonderes Talent dafür, Unerwartetes zu erkennen, doch es hat auf der anderen Seite eine Gabe dafür, seine Erwartungen zu bestätigen.“

Eine zentrale Erkenntnis der beiden Forscher besagt, dass man menschliches Verhalten nur versteht, wenn man begreift, dass Menschen keine intuitiven Statistiker sind. Ganz das Gegenteil, Menschen brauchen Geschichten, womit man wieder bei der Renaissance des „Storytelling“ wäre. Lewis erzählt unterhaltsam, ohne sich in biografischen Anekdoten zu verlieren. So manches, was möglicherweise bei der Lektüre des Zentralwerkes „Schnelles Denken, langsames Denken“ unklar blieb, erschließt sich aus den Stationen der Lebenswege beider Forscher.


Michael Lewis, Aus der Welt, Campus, Frankfurt 2017, 360 Seiten, € 24,95

Täuschen kann ich mich selbst am besten

Was andere wirklich denken, können wir erkennen. Das verspricht der Klappentext des Buches von Nicholas Epley „Machen wir uns nichts vor!“. Nun, als Fibel für Ferndiagnosen dessen, was in den Köpfen anderer vorgeht, ...

... besonders fremde Gedanken zur eigenen Person, überzeugt das Werk nicht vollständig. Der sechste Sinn, also die Ahnung vom Sozialverhalten des jeweiligen Gegenübers, wird von Epley über weite Teile auch als Projektion des eigenen Denkens entlarvt. Die Trefferquote liegt leider nicht so hoch, wie man meinen möchte. Das gilt übrigens nicht nur für die Einschätzung anderer, sondern auch für die Vorstellung, die man von sich selbst hat. „Das Gefühl, einen privilegierten Zugang zur Funktionsweise unseres eigenen Verstands zu haben – zu den Ursachen und Prozessen, die unsere Gedanken und unser Verhalten hervorbringen -, ist offenbar eine Illusion.“ Anders gesagt, sowohl bei Eigen- wie Fremdinterpretation raten wir fröhlich vor uns hin, mal erfolgreich, mal daneben.

Das Buch ist flüssig erzählt und verzichtet auf Allgemeinplätze, wie sie in populärwissenschaftlichen Werken von amerikanischen Autoren gern abgeritten werden. Epley garniert seine Erkenntnisse mit interessanten Beispielen. Er macht seine Leser mit dem Phänomen des Planungsfehlschlusses bekannt und der parochiale Altruismus erweist sich als eine Erscheinung, der jeder von uns schon einmal begegnet ist.

Welches ist denn nun der heilige Gral, die Fähigkeit zu erkennen, was andere von uns halten? Richtig, dies lässt sich nicht in einem Satz komprimiert zur Verfügung stellen. Soviel sei allerdings verraten, Erkenntnis des anderen hat viel mit geistiger und auch räumlicher Nähe zum jeweiligen Menschen zu tun. Und auch damit, sein Gegenüber mimisch abzuarbeiten. Darum auch die sehr ernst gemeinte Empfehlung des Autoren, mit Botox vorsichtig zu sein. „Botox glättet nicht nur Fältchen, sondern schläfert auch die sozialen Sinne ein.“


Nicholas Epley, Machen wir uns nichts vor!, Ullstein, Berlin 2014, 384 Seiten, 18,00 €

DATEN UND AKTUELLES

Öffentliche Trainings

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findet an den folgenden Terminen statt:

KARRIKATUR

Zum Schmunzeln

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