NETZ UND TRENDS

Und verschlüsselt mit Verfallsfrist

e-mail

Umfangreiche Dateien, besonders in Giga Größe, bleiben im E-Mail Ausgang gern stecken. Private Anwender kennen dieses Datendilemma, in Firmen mit Know-how in der IT gibt es selten diesen Stau. Die Mozilla Foundation, besser bekannt über ihren Firefox Browser, schafft mit einem nützlichen Service Abhilfe: https://send.firefox.com heißt das Browser-Fenster, …

über das sich nun Dateien verschicken lassen, die bis zu einem Gigabyte groß sind. Nach dem Öffnen des Browserfensters zieht man die Versanddatei eben hierhin. Auf dem Bildschirm erscheint ein Link, den man in die Zwischenablage packt und dem Empfänger zukommen lässt. Über diesen Link kann dann die Datei geladen werden. Doch damit nicht genug; die Daten werden verschlüsselt übertragen und gespeichert. Der Link enthält den Schlüssel – und nur hiermit lässt sich diese Datei wieder entschlüsseln. Ein weiterer Clou ist die Verfallsfrist von 24 Stunden. Wird eine Datei bei send.firefox.com nicht nach spätestens 24 Stunden wieder geladen, löscht das System sie vom Server. Auch nach erfolgreichem Download verschwindet die Datei. Ein zweiter Download ist nicht möglich, womit auch verhindert wird, dass das Browserfenster zum Portal für Raubkopierer mutiert.

Der Service erfordert weder ein Add-on für Firefox noch Firefox selbst. Er ist kostenlos und steht jedem frei zur Verfügung. Vorsicht ist beim Umgang mit dem Download-Link geboten. Jeder, der ihn hat, kann auf die Daten zugreifen und: der Dienst protokolliert bei Up- und Download die IP-Adressen, was ein anonymes Datenschaufeln verhindert.

Polyglott dank Deep Learning

Speicherstick

Kontext erkennen oder über „Stock und Stein“ so ungefähr den Sinn erahnen, das gelingt bereits mit Übersetzungsplattformen wie Google Translate oder Bing Translator. Ein Kölner Start-up-Unternehmen startete nun mit DeepL einen Dienst, …

der dank Rechnerleistung und dem Einsatz neuronaler Netze das Zeug zu zukünftig richtig guten automatischen Übersetzungen hat. Bis zu einer Million Wörter pro Sekunde können die Hochleistungsrechner, die auf Island arbeiten, in andere Sprachen übertragen. Seinen Namen verdankt das Unternehmen dem Begriff Deep Learning. Hierbei handelt es sich um, so Wikipedia, „Optimierungsmethoden künstlicher neuronaler Netze, die zahlreiche Zwischenlagen zwischen Eingabeschicht und Ausgabeschicht haben und dadurch eine umfangreiche innere Struktur aufweisen“. Anders gesagt, die Software analysiert vorhandene Übersetzungen von Reden, Texten, Büchern, Artikeln und Songs und lernt daraus. Diese Beispiele bilden die oben erwähnten Zwischenlagen. Je mehr Zwischenlagen also zwischen Eingabe und Ausgabe gestaffelt sind, desto besser klappt der Transfer von Redewendungen und Umgangssprache, Deep Learning eben.

In einem Test der Spiegel-Redaktion konnte DeepL punkten. Zwar zeigten einige Übersetzungen sprachliche oder grammatikalische Fehler, die Verben waren jedoch richtig konjugiert und die Satzkonstellationen stimmten.

Derzeit kostet die Nutzung von DeepL nichts. Verfügbar sind Übersetzungen ins Englische, Französische, Spanische, Italienische, Niederländische, Polnische und Deutsche. Weitere Sprachen wie Mandarin, Japanisch und Russisch sind in Planung. Es gibt noch viel zu tun, der Google Translator bringt es auf 103 Sprachen.

ERFAHRUNGEN UND ERFOLGE

Zeitver(sch)wendung

Entscheidungsgewalt

Treffen, Sitzungen oder Meetings bringen schwer nach vorn. Manchmal schreitet aber auch nur die Zeit voran. In manchen Unternehmen hat sich eine regelrechte „Meetmania“ entwickelt, was nicht unbedingt auf die Produktivität der Zusammenkünfte schließen ...

lässt. Mit Berichterstattung und Projektstatus, garniert mit schlauen Zwischenfragen, erzielt man selten Ergebnisse. Es sei denn, der Projektstatus wird mit speziellen Tools wie Kanban Board o.ä. dokumentiert und gehört zu einer notwendigen Routine. Damit die Sitzungen, salopp gesagt, nicht zum belanglosen Kaffeeklatsch verkommen, helfen ein paar Vorkehrungen. Die Einladung zum Meeting informiert, worum es in dem Treffen geht. Sinnvoll dürfte es sein, wenn der jeweilig Eingeladene selbst entscheiden kann, ob er etwas zum Thema beitragen kann oder aber Informationen aus der Sitzung für sein Projekt benötigt. So lässt sich schon im Vorfeld absehen, ob eine Teilnahme sinnvoll ist. Für ein Projektteam „Produktverbesserung“ ist die Teilnahme an einer Zusammenkunft über strategische Fragen oder Unternehmenskultur wahrscheinlich Zeitverschwendung, da diese in aller Regel die Führungskräfte im Management betrifft.

Das zeitbringende Meeting hat definierte Ziele, seien es die Erarbeitung technischer Prozesse, neuer Ideen oder Konfliktmediation und manchmal wirkt die Konferenz am Stehtisch wie ein Gaspedal auf dem Sekundenzeiger.

Erfolgreiche Schißbux

Pinocchio

Angsthase, Angstschweiß, Angstattacken, aber auch „nur Dumme haben keine Angst“ oder „Angst verleiht Flügel“: schon der Blick auf diese Begriffe und Redewendungen verdeutlicht, dass es ambivalent wird, wenn man es mit der Angst zu tun bekommt. Der Angstforscher Borwin Bandelow ...

hat herausgefunden, dass ein bisschen Angst die Performance fördert. „Im Job sind vor allem Menschen erfolgreich, die immer etwas Angst haben.“ Alarmbereitschaft setzt Kräfte frei und das Gehirn sorgt für Adrenalin und Blut in den Extremitäten. Im Job fürchtet man sich allerdings weniger vor Löwen und Nilpferden als vor Versagen, Misserfolg oder Arbeitsplatzverlust. Trotz Fehlertoleranz bleibt die Furcht vor Fehlern – mit Tendenz zur Vergrößerung. Je mehr verdrängt wird, desto größer der Abgrund, der sich zur Unzeit auftut. Bei Versagensängsten hilft das gute alte Üben. Man exerziert Sicherheit, womit Nervosität weicht. Anders gesagt, die geübte Präsentation am Vorabend des Ereignisses verhindert auf der eigentlichen Veranstaltung überdimensionierte Schwitzflecken.

Auch Veränderungen können verunsichern und gerade in der Welt 4.0 lauert das Gespenst der fortgeschrittenen Digitalisierung. Der digital Native tritt gegen den digital Immigranten an und damit lautet die Devise: „Know-how gegen Know-who“. Im Kennenlernen von Technik und auch Menschen steckt schon das Üben und damit auch die Bekämpfung von Ängsten, aber nicht alle Ängste, denn wir brauchen ja auch noch ein wenig Erfolg im Job.

ENTWICKLUNG UND BEISPIELE

Brautmarkt Bildung

Holzpuppe

Berufliche Weiterbildung macht den Mitarbeiter nicht nur für den eigenen Arbeitgeber attraktiv, sondern auch für den Wettbewerb. Spätestens seit den 70ern des letzten Jahrhunderts war klar, dass den aktuellen wie den künftigen Arbeitnehmer lebenslanges ...

... Lernen erwartet. Aber woher die Zeit nehmen, nach der beruflichen Erstausbildung die Fortbildung zu betreiben? Hier half gesetzliche Unterstützung, beispielsweise durch die Arbeitnehmerweiterbildungsgesetze (AWbG) der Bundesländer. Im Laufe der Zeit hat sich ein riesiger Markt entwickelt. Für die betriebliche Weiterqualifikation gaben die Arbeitgeber im Jahr 2013 mehr als 33 Milliarden Euro aus. Tendenz fallend, denn das Thema verlagert sich zusehends auf den Arbeitnehmer. Generell regelt die Interessenslage, wer für das Lernen aufkommt. Schreibt der Betrieb vor, was zusätzlich gelernt werden muss, bezahlt auch das Unternehmen. Ein Neigungsfach fällt dem privaten Geldbeutel zur Last. Schon 2014 wandten Arbeitnehmer ein Viertel ihrer investierten Zeit mit beruflich Veranlasstem, aber selbst finanziertem Lernen auf.

Für die betriebliche Bezahlung bieten sich verschiedene Modelle an. Der Arbeitgeber sieht es natürlich gern, dass die von ihm mitbezahlte Schulung der Firma dauerhaft zugute kommt. Für den Fall einer vorzeitigen Kündigung lässt sich vertraglich vereinbaren, wie viel der Weiterbildungskosten vom Arbeitnehmer zurückerstattet werden. Das mindert den Trennungsschmerz.

Knapp daneben ist auch daneben

Ordnungsprinzip

Parkettlöwen sind nur dann Parkettlöwen, wenn sie sich auf ihrem Terrain auskennen. Auf fremdem Boden zeigt sich vornehme Zurückhaltung eher als Erfolgsrezept. Das gilt besonders beim geschäftlichen Umgang mit anderen Kulturen und besonders, ...

wenn man annimmt, diese Kulturen, wie die angloamerikanische, gut zu kennen. Pünktlichkeit sollte mit einer Toleranz von 15 Minuten erwartet werden, abgesehen davon, dass durch Verkehr und Flug- wie Bahnverspätungen die Punktlandung ohnehin sehr schwierig geworden ist. Das Angebot, sich beim Vornamen zu nennen, lädt nicht zur Kumpanei ein und sollte keinesfalls zur Aufgabe respektvoller Distanz verleiten. Apropos Distanz, die Nennung akademischer Grade bei der Vorstellung ist beim angloamerikanischen Netzwerken fehl am Platz. Hier punktet Understatement. Der Professor sagt von sich, er lehre Physik an der Universität und stellt sich lediglich mit Vor- und Zunamen vor.

Beim Telefonieren gilt: „keep it simple“, Zahlenreihen wie Telefonnummern oder Bankverbindungen werden einzeln diktiert. Ausnahme sind hier Doppelungen, so heißt beispielsweise 55 „double five“. Ach, und bitte Vorsicht mit einer Bitte: sie gehört immer ans Ende gestellt und mit einem Komma getrennt . Am Satzanfang vermittelt sie den Charakter einer fast panikartigen Aufforderung.

Gekreuzter Zeige- und Mittelfinger entspricht übrigens unserem Daumendrücken und eine Aufzählung beginnt mit dem kleinen Finger statt wie bei uns mit dem Daumen.

Last but not least, wer sich vokabelsicher bei der Unterscheidung englischer und amerikanischer Businessbegriffe fühlt, der sei auf einen kleinen Test der Spiegel Online-Redaktion hingewiesen: http://www.spiegel.de/quiztool/quiztool-67953.html

BÜCHER UND ARTIKEL

Machbare Marketingstrategien

Die Erde ist eine Scheibe?

Wertvolle Marken, wie heute Apple oder damals Marlboro, sind sichtbar und zahlen mit einem hohen Budget für die Aufmerksamkeit. Markteinsteiger oder kleinere Firmen können ebenfalls mit effizienten Marketingstrategien punkten, wenn ...

sie sich der Kreativität des Guerilla Marketings bedienen. Das behauptet jedenfalls Jay Conrad Levinson. Ein Füllhorn an Anregungen findet sich in seiner neu aufgelegten „Guerilla Marketing Bibel“, die in einer überarbeiteten und erweiterten Ausgabe im kleinen Fachverlag Midas in Zürich erhältlich ist. Der kämpferisch klingende Begriff ist Levinsons Wortschöpfung und bezeichnet eine speziell auf kleine und mittlere Unternehmen und Personen zugeschnittene Form des Marketings. Die kreative Umsetzung einer Botschaft steht im Mittelpunkt und soll bei minimalem Einsatz der Mittel maximalen Erfolg erzielen. 1984 kam dem Autoren die Idee zum Buch, als er seinen Schülern gute Schriften zum Thema Marketing empfehlen wollte. Es gab keine, also setzte er sich hin und schrieb das Buch.

Die Beispiele, die Levinson anführt, sind nicht nur erklärend, sondern auch erhellend und erheiternd. In der Neuauflage ist die Moderne als Zeit des Internets berücksichtigt, die wirklich überzeugenden Guerilla Exempel stammen jedoch aus den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Das macht den Ratgeber nicht weniger wertvoll. Im Prinzip muss dann beim neuzeitlichen Einfall einmal mehr um die Ecke gedacht werden. Allein das macht schon kreativ und da sich Esprit und Dauermaloche ausschließen, typisiert Levinson wie folgt: „Guerilla sind Meister im Einstellen, Ausbilden und Delegieren, das bewahrt sie vor Überarbeitung“.

Ob ihn diese Überzeugung zur Hinzunahme von Co-Autoren im zweiten Teil der Neuauflage gebracht hat, ist nicht überliefert. Die eingängige Lesbarkeit bleibt gewährleistet. Lediglich die fast überstrapazierte Verwendung von Aufzählungen ermüden manchmal. Da zeigt sich dann der Vorteil einer Bibel; man legt sie beiseite und schlägt am nächsten Abend ein neues Evangelium auf.


Jay Conrad Levinson, Guerilla Marketing Bibel, Das Beste aus 30 Jahren Guerilla Marketing, Midas Management Verlag, Zürich 2016, 400 Seiten, € 34,90.

Schon mal ein Einhorn gesehen?

Nein? Peter Thiel schon, sogar mehr als eins. Er ist Mitbegründer von PayPal und hat ziemlich früh Herrn Zuckerberg für Facebook mitfinanziert. Einhörner heißen Start-ups, die mehr als eine Milliarde Marktwert erzielen und in seinem Buch „Zero to one“ ...

beschreibt er Voraussetzungen und Vorgehensweisen für erfolgreiche Start-up-Unternehmen. Was überzeugt Investoren bei Neugründungen, dass sie in diesen ein schlummerndes Einhorn sehen können? Es ist weniger als man annehmen mag, aber seine sieben Eckpfeiler des Erfolges legen die Messlatte schon ziemlich hoch. Querdenken muss man können und zwar so visionär, dass außer einem selbst wenige Menschen daran glauben mögen. Und wenn man dann sieben Fragen positiv beantwortet, ja dann ist der feine Goldstaub aus der Mähne des Einhorns zu wittern. Ist die Technologie revolutionär oder nur eine geringfügige Verbesserung, passt der Zeitpunkt und kann die Wettbewerbsposition zehn oder zwanzig Jahre lang gehalten werden? Das sind nur drei der sieben auf einen Streich, aber, soviel sei verraten, die übrigen vier Kernfragen zielen auch nicht auf Unmögliches.

Das oben in Wortwahl angerissene Märchenhafte ist zugegeben etwas spitz. Thiel weiß, wovon er redet und seine Erfolge geben ihm recht. Klar, seine Ansagen kommen breitschultrig daher, schmälern aber nicht den Gehalt des Buches. Vorlage gab ein Vortrag Thiels, den er, der ansonsten nicht viel von Universitäten hält, 2011 in Harvard gab. Der Student Blake Masters schrieb mit, das Skript machte die Runde und Masters erhielt für seinen Fleiß die Co-Autorenschaft, nachdem Thiel sich für die Buchform entschieden hatte.

Ein bisschen Märchen bleibt: Microsoft, Google, Apple, Amazon und Facebook sind zwar in der Wirtschaft gewordene Visionen, ob aber viele kreative Phantasien den Vorbildern nacheifern können, bleibt zu bezweifeln. So viele Einhörner gibt es wohl nicht. Eigentlich gelten sie sogar als ausgestorben.


Peter Thiel, Blake Masters: „Zero to One, wie Innovation unsere Gesellschaft rettet“, Campus Verlag, Frankfurt/New York 2014, 200 Seiten, € 22,99.

DATEN UND AKTUELLES

Öffentliche Trainings

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findet an den folgenden Terminen statt:

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Zum Schmunzeln

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