NETZ UND TRENDS

Apps im Abo

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Einmal bezahlen war gestern, beständig bezahlen ist heute. Apps im Abo machen Schule und folgen damit dem Trend, Software nicht mehr zu kaufen. Die Anwendungen sind in der Cloud hinterlegt und die Nutzung zahlt man monatlich oder jährlich. Nun mag man trefflich darüber streiten,…

was und vor allem für wen es sich lohnt. Apple bevorzugt das Abo. Die Entwickler erfüllen bei stetigen Einnahmen ihre Aufgabe. Sie entwickeln und zwar weiter und bleiben damit mit ihrem Produkt á jour. Apple halbiert für die App-Designer im App-Store ab dem zweiten Jahr die Provision von 30 auf 15 Prozent. Das motiviert und mehrt die Einkünfte für die Beteiligten. Genau genommen zählt aber auch der Nutzerkreis zu den Beteiligten. Hat dieser das Nachsehen? Nicht unbedingt. Entscheidend sind hier Preis und Gebrauch der Anwendung. Für die intensive Nutzung eines Netzwerkzeuges erscheint eine knapp zweistellige Jahresgebühr durchaus akzeptabel. Alles funktioniert, Basisdaten sind gepflegt und diverse Updates der Betriebssysteme laufen unbemerkt im Hintergrund. Wie gesagt, alles funktioniert und dies ist nach wie vor eines der Hauptkriterien für den häufigen Einsatz. Für alle anderen Spiele und Spleene gilt: drum prüfe, wer sich länger bindet, Abzock-Apps lauern allerorten.

Fürs Private und Projektgruppen

Speicherstick

Manager, die Ausgang des letzten Jahrtausends etwas auf sich hielten, verwandten als Kalender und Organisationshilfe „Time Systems“. Die schicke Loseblattsammlung in vorzugsweise teuren Mappen mit eigener Ringbuchlochung gibt es noch. Vermutlich organisiert sich aber die überwiegende Mehrzahl der Manager heute digital. Mehr als 10 Millionen Nutzer …

haben sich für „TimeTree“ entschieden. Der preisgekrönte Organizer - „App Store Best of 2015“ von Apple - kalenderte sich kostenlos mit einer Vielzahl von Funktionen in die Beliebtheit. Zugegeben, Anwendung findet TimeTree überwiegend im privaten Bereich. Beispielsweise für die moderne Projektmanagement-Methode Scrum eignet sich diese App jedoch vorzüglich. Jeder Teilnehmer ist berechtigt, Termine einzutragen oder zu ändern. Man kann Personen über einzelne Termine informieren, statt den gesamten Kalender freizugeben. Für jeden Termin läßt sich eine andere Gruppe an Freunden oder Kollegen auswählen. Fotos, Notizen oder Arbeitsergebnisse werden angehängt, terminbezogen oder ohne es auf ein bestimmtes Datum oder eine bestimmte Uhrzeit zu setzen. Daten aus dem Google/Outlook Kalender können importiert/kopiert und in TimeTree sofort genutzt werden. So gesehen empfiehlt sich TimeTree durchaus als Instrument für den Scrum Master. Wer das ist? Das erklärt in diesem Newsletter die Buchbesprechung „Die Scrum Revolution“.

ERFAHRUNGEN UND ERFOLGE

Das Großraumbüro ist tot!

Entscheidungsgewalt

Es lebe der Co-Working-Space. Spötter könnten anmerken: wo ist denn da der Unterschied. Nun, im Großraumbüro gibt es deutlich höhere Fehlzeiten. Fehlt einer im Co-Working-Space, fällt das nicht auf, denn geteilter Raum ist für Gründer und Freelancer zum ...

kreativen Kuscheln konzipiert. Die Fluktuation von Gemeinschaftsarbeitern gehört dazu. Anders gesagt, was den Angestellten im Großraum krank macht und stört, ist Grund für die Entscheidung der Co-Worker an einem solchen Platz zu arbeiten. Es ist ein Geschäftsmodell für die genannte Klientel geworden. Anbieter wie WeWork oder rent24 untersuchen die Bedürfnisse ihrer Kunden wissenschaftlich und mit Kameras, die – aus Sicherheitsgründen – in den Räumlichkeiten hängen. Die Videos werden ausgewertet und bringen Erkenntnisse zur wohligeren Wohlfühlzone. Sie wissen nun, dass gutes Tageslicht die Abwesenheitszeiten verringert. Enge Flure führen zu Rempel-Rendezvous und eng müssen sie stehen, die Tische. Man sitzt Ellbogen an Ellbogen und Bildschirm an Bildschirm zum Nebeneinander und Gegenüber. Kostet 450 Euro monatlich und das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation fand heraus, dass die Verbindung von Freiheit und Gemeinschaft fasziniert.

Die Silbe Co bei der Arbeit mutiert munter weiter zum Co-Living und zum Co-Cooking. Kein Witz, temporär wohnen und kochen die geselligen Kreativ-Nomaden in den jeweiligen Räumlichkeiten. Ein „Travel-Konzept“ hat sich auch schon als Verein gebildet. Der Club Wifi-Tribe macht wochenweise Station an verschiedenen Orten. Das Motto lautet WLAN in schöner Umgebung. Im Winter geht es dann von Europa nach Südamerika. Dagegen wirkt das Home-Office wahrlich spießig und ist dennoch eine moderne Arbeitsplatzalternative. Es führen halt viele Wege zur Work-Life-Balance. Oder in leichter Abwandlung eines Spruches des Kommunarden Fritz Teufel: Wenns denn der Arbeitsfindung dient.

Pyjama, Poofe und Pantoffel

Pinocchio

Viele, wenn nicht alle Heimarbeiter kennen die Tücken der eigenen vier Wände fürs frohe Schaffen. Drei P torpedieren den ordentlichen Arbeitsablauf zuhause. Pyjama, Pantoffel und Poofe heißen die Fallen, die lauern ...

und die Prokrastination befördern. Arbeitsstörung durch extremes Aufschieben ist damit gemeint und der gefährlichste Inkubationsort ist – richtig – das Homeoffice. Poofe steht mundartlich für Bett und das hat sich als Fallstrick Nummer eins herausgestellt. Von „nur noch ein Viertelstündchen“ bis „mit Notebook und Kaffee in die Federn“ vergammelt man die Arbeitszeit dann gern bis Mittag.

Ungeliebte Hausarbeit entwickelt eine ungeahnte Faszination, wenn die Pantoffeln an den Füßen zeigen, dass man das Haus zur Arbeit nicht verlassen muss. Fazit, die Bude blitzt aber die beruflichen Aufgaben harren noch der Erledigung. Und was ersetzt schnell Anzug und Krawatte? Wenn es arg kommt, wird es der Pyjama, ansonsten wirds der gemütliche Jogger. Zu dieser Kleidung wusste schon ein Modeschöpfer zu ätzen, dass der Mensch in Jogginghose die Kontrolle über das eigene Leben verloren habe. Kann sein, sicherlich wird aber die Kontrolle über feste Arbeitszeiten in Frage stehen.

Was hilft? Raus aus dem Bett unter die Dusche und rein in vorzeigbare Kleidung, am besten noch vor neun. Mit dieser Selbstdisziplin lässt sich das Homeoffice meistern. Bleibt ein weiterer Wermutstropfen. Auf Dauer fehlt die persönliche Ansprache der Kollegen. Hier hilft eine Routine regelmäßiger Business Lunches mit Kollegen oder Schicksalsgenossen. Falls es dennoch zu einsam wird, kann man sich mit kleinen, teuren Ausflügen in Co-Working-Spaces belohnen.

ENTWICKLUNG UND BEISPIELE

Hinkender Vergleich

Holzpuppe

Nicht mehr wegzudenken sind Vergleichsportale, die den Verbraucher durch den Dschungel der Angebote blicken lassen. Prima Sache das. Doch, ein Blick auf das Geschäftsmodell dieser Plattformen ist angebracht. Faktisch funktionieren diese Instrumente als...

kommerzielle Vermittler. Rechtlich agieren sie als Makler, zumindest bei Strom und Versicherungen. Bei Abschluss eines Vertrages über das Portal fließt eine Provision. Das ist nicht ungehörig. In Schieflage gerät diese Information, wenn man feststellt, dass eben nur die Anbieter im Preisvergleich gelistet sind, die Provisionen zahlen. Die übrigen erscheinen in einem Leistungsvergleich. Das ist löblich, der Preis ist allerdings eine wichtige Information für die Entscheidung zum Abschluss.

Auftritt und Aufmachung erwecken den Eindruck eines umfassenden und neutralen Vergleichs. Informationen in Werbebroschüren sind nicht wesentlich anders konzipiert. Sie informieren und lassen angepriesene Produkte oder Dienstleistungen im bestmöglichen Licht erscheinen. Das wissen die Verbraucher bereits und lassen sich Flyer anderer Anbieter kommen. Ähnliches Vorgehen empfiehlt sich bei Portalen. Ein kleiner Gegencheck, es müssen ja nicht vierundzwanzig sein, beispielsweise bei einem Direktversicherer, rundet die Recherche ab. Der mündige Bürger kann das. Regulierungsforderungen von Verbänden und Politikern sind womöglich gut gemeint. Ein kleiner Vorbehalt bleibt, denn bekanntlich ist das Gegenteil von gut nicht schlecht. Sondern, man ahnt es bereits, gut gemeint.

Vom Sichten über Scannen zum Skimmen

Ordnungsprinzip

Die ersten beiden Verben der Überschrift sind geläufig. Der dritte Ausdruck müßte ein „wie bitte?“ provozieren. Es geht darum, sich einen Überblick zu verschaffen, und zwar beim Lesen. Geübte Leser lesen schneller. Kann auch der Ungeübte in die Formel eins ...

der Buchfresser aufsteigen? Nein. Kann er nicht. Es sei denn, er trainiert Skimmen, Paragraphing und Chunking. Wie bitte? Genau. Mit den vorgenannten Fähigkeiten steigt man in die Liga der Blitzleser auf. Das braucht man, um die Kernkompetenz in der Informationsgesellschaft zu erwerben. Laut Statistik beträgt die durchschnittliche Lesezeit in deutschen Büros eineinhalb bis zwei Stunden. Zehn Arbeitstage pro Jahr könnten eingespart werden, wenn die Lesegeschwindigkeit um 25 Prozent zunähme. Die Geschwindigkeit hängt allerdings sehr stark vom Text ab. Lyrik und gehaltvolle Bücher fordern auch für Trainierte mehr Zeit als Zeitungsartikel. Laut Wikipedia unterscheidet sich das Lesen von Texten wesentlich vom Buchstabenlesen. „Ein guter Leser ist imstande, sehr häufige kurze Wörter aus der Unschärfe des peripheren Sehens und Wörter mittlerer Häufigkeit als Ganzes, d. h. mit einer Augenfixation zu erkennen.“

Aha. Genau das macht sich das Improved-Reading-Verfahren des Australiers Stan Rodgers zunutze. Mittlerweile werden seine Kurse auch für deutsche Leser angeboten. Man startet mit dem Preview. Der Blick wandert über eine Seite, um sich einen Voreindruck des Textes zu verschaffen. Schlüsselbegriffe werden mit dem Skimmen (Überfliegen) herausgefiltert. Mit dem Paragraphing wird der Kerngedanke flott erfasst und das Chunking entwickelt die Kunst, sinnvolle Wortgruppen mental zu verknüpfen. Hört sich einfach an, bedarf allerdings viel Übung. Vielleicht entwickelte aber auch der Vielleser alter Provenienz unbewußt Ansätze dieser Technik. Dieser Schlingel - hätte er doch weitergeben können! Nun haben wir ja Stan Rodgers.

BÜCHER UND ARTIKEL

In Time und Budget

Die Erde ist eine Scheibe?

Projekte dauern immer länger und sind teurer als vorgesehen. Jeff Sutherland zeigt in seinem Buch „Die Scrum Revolution“, dass diese Binsenweisheit außer Kraft gesetzt werden kann. Er folgt einem Ansatz, dem...

schon von Beginn an eine andere Systematik zugrunde liegt. Im klassischen Projektmanagement wird die Lösung definiert, der Realisierungszeitraum festgelegt und die Kosten beziffert. Scrum startet anders. Am Anfang stehen Zeit und Geld. Dann überlegen die Beteiligten, was sich innerhalb dieses Rahmens umsetzen lässt. Für das Projekt werden Teilziele festgelegt, die ein oder mehrere Teams ansteuern. Die Scrum Teams bestehen aus fünf bis zehn Mitgliedern, die ihre Aufgabe selber organisieren und ohne Hierarchie aufgestellt sind. Teamleiter gibt es nicht, nur einen Scrum Master ( kurz erwähnt in diesem Newsletter-Beitrag „Fürs Private und Projektgruppen“). Seine Hauptaufgabe besteht darin, dass Hindernisse und Störfaktoren im Umfeld des Teams beseitigt werden. Tägliche Kurzmeetings im Stehen bringen auf Stand. Hier werden keine Fleißkärtchen verteilt, sondern die Erreichbarkeit der Teilziele überprüft. Ist eines der Ziele nicht zu schaffen, wird dieses in kleinere Einheiten zerlegt, um sich nicht festzufahren.

Scrum ist auf Effizienz angelegt, ohne von Taktstock und Peitsche getrieben zu sein. Zeit fürs Nasebohren gibts allerdings auch nicht. Der ehemalige Air Force Pilot Sutherland beschreibt verständlich und anschaulich, wie konsequente Zielorientierung prima ohne Schuldzuweisungen und Ausreden auskommt. Geschwätzigkeit weicht der Konzentration aufs Wesentliche. So kann sie gelingen, die Projektumsetzung in Time und Budget.


Jeff Sutherland, Die Scrum Revolution, Campus, Frankfurt 2015, 229 Seiten, übersetzt von Jan W. Haas, € 39,99

Als verfügten sie über menschliche Intelligenz

Es geht darum, „Maschinen zu entwickeln, die sich verhalten, als verfügten sie über menschliche Intelligenz“. So zitiert Jerry Kaplan in seiner Einführungsschrift „Künstliche Intelligenz“ John McCarthy, einen der Gründerväter dieses Wissensgebietes. Steht die Herrschaft der ...

aMaschine bevor? Eher nicht, wenn man Kaplan Glauben schenken mag. Anschaulich führt er den Leser an das Thema heran. Er verzichtet auf allzu wissenschaftliche Details und beschränkt sich auf Entstehung, Entwicklung und den heutigen Stand der KI (Künstliche Intelligenz). Seine Übersicht gelingt kompakt und informativ. Es liest sich auch für ungeübte Leser zügig. 1997 schlug Deep Blue, einer der ersten Supercomputer, den damaligen Schachweltmeister Garri Kasparow. Heute stellen sich KI-Maschinen ernsthaften Gegner wie Meistern im Brettspiel Go oder anerkannten Poker Profis so erfolgreich, dass es mittlerweile Turniere nur für Computer gibt. Gehirn zieht den Kürzeren gegen 0- und 1- Jongleure.

Dennoch, Kaplan dämpft überzeugend die mögliche Furcht vor dem Fortschritt. Er erläutert künstliche neuronale Netze, maschinelles Lernen, Robotik und Spracherkennung. Ethische Aspekte finden Erwähnung und ein Ausblick auf die Arbeitswelt mit KI-Kollegen wird nicht ausgespart. Ein Nachmittag mit diesen 165 Seiten sind sicherlich eine gute Investition für die Mitsprache in modernsten Zeiten.


Jerry Kaplan, Künstliche Intelligenz, mitp Verlag, Frechen 2017, 165 Seiten, übersetzt von Guido Lenz, € 24,99

DATEN UND AKTUELLES

Öffentliche Trainings

Unser nächstes öffentliches Managementtraining
"WANDEL-MACHT-MUT"
findet an den folgenden Terminen statt:

KARRIKATUR

Zum Schmunzeln

Zum Schmunzeln

Der Newsletter wurde erstellt mit der redaktionellen Unterstützung von www.beziehungswerk.de.

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#5 system\modules\core\controllers\FrontendIndex.php(285): Contao\PageRegular->generate(Object(Contao\PageModel), true)
#6 index.php(20): Contao\FrontendIndex->run()
#7 {main}