NETZ UND TRENDS

Kohle für KI-Fehler

e-mail

Künstliche Intelligenz bestimmt zunehmend den Alltag in der Gesellschaft. Funktioniert die Maschinenklugheit auch richtig? Nein, denn es ist mittlerweile bekannt und teilerforscht, wo Fehlerquellen stecken. Das EU-Parlament verhandelt derzeit …

die rechtlichen Voraussetzungen, wie durch Künstliche Intelligenz Geschädigte Schadenersatz erlangen können. Liest sich leichter als getan. Nicht leicht ist es nämlich, der KI eine Fehlfunktion nachzuweisen. Anders gesagt, man ist schneller eines Kredites unwürdig, als dass der Nachweis geführt wird, dass dieser Einstufung ein Programmierfehler zugrunde liegt. Die Richtlinie, die zukünftig gelten mag, räumt den Opfern ein, dass sie erfahren sollen, mit welchen Daten die Software trainiert wurde. Nutzerprotokolle und Angaben zum Qualitätsmanagement gehören ebenfalls zur Auskunftspflicht. Unternehmen müssen nachweisen, dass die Vorgaben der KI-Verordnung eingehalten wurden. Daten, die zum Trainieren des Systems verarbeitet werden, sollen hochwertig sein und so austariert, dass bestimmte Gruppen nicht diskriminiert werden. Die Arbeitsweise der Programme unterliegt einer nachvollziehbaren Transparenz. Schwierig, schwierig, denn manche Algorithmen sind Teil oder Kern des Geschäftsmodells. Andererseits, mit KI betriebene Callcenter sind in Zukunft vielleicht sogar bevorzugt – keine Warteschleifen, Weiterverbindungen und wiederholte Wiederholungen des Anrufgrundes.

Personalchef: Max Headhunter

Speicherstick

Künstliche Intelligenz wird zunehmend Bestandteil des Wettbewerbs um qualifizierte Mitarbeiter. Zugegeben, die Anspielung auf Max Headroom trifft nicht ganz den Sachverhalt, weil dessen Intelligenz …

nicht auf algorithmischer Programmierung basiert. Zur Erinnerung: Max Headroom war aus den Hirnströmen des verunglückten Radiomoderators Edison Carter generiert worden. Seine letzte Wahrnehmung war eine Schranke mit der Aufschrift MAX. HEADROOM (englisch max. Durchfahrtshöhe).

Heute machen intelligente Bots (noch) nicht Radioprogramme, sondern suchen in sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram oder LinkedIn nach geeigneten Kandidaten. Die Suche erfolgt übrigens unabhängig davon, ob die Zielpersonen einen Jobwechsel anstreben. Predictive Performance ist ein weiterer Begriff, bei dem KI als Werkzeug zum Einsatz kommt. Hier werden Daten aus der Vergangenheit von Bewerbern genutzt, um vorherzusagen, was der neue Mitarbeiter leisten wird. Trotz aller Möglichkeiten, die sich durch das künstliche Werkzeug abzeichnen, dominiert derzeit die Meinung, auf den Menschen als letzte Personalinstanz nicht verzichten zu können. Ein Team zusammenzustellen, bei dem die Chemie stimmt, bleibt empathischer Kompetenz vorbehalten. Wie lange diese Überzeugung Bestand hat, wird sich noch zeigen.

ERFAHRUNGEN UND ERFOLGE

Ohne Lehrbuch durch die Krise

Entscheidungsgewalt

Die Zeiten zerren an aller Nerven. Erst Pandemie, dann Krieg, jetzt verunsichern Energieknappheit und Lieferkettenlücken weltweit. Ziemlich unvorbereitet sehen sich Führungskräfte ...

vor Herausforderungen gestellt, die üblicherweise nicht in Szenarien für Aus- und Weiterbildung von Managern enthalten waren. Deutlich in den Vordergrund gerückt sind hierbei Kompetenz in Daten-, Arbeits- und Gesundheitsschutz. Verändertes Handling der Mitarbeiter war allein durch die Aufspaltung von Office und Homeoffice gefordert. Auch die Forderungen an Arbeitgeber haben sich verändert, sofern sie überhaupt vorhanden waren. Für die neuen Bewerber sind Fortbildung bis hin zum MBA oder Promotion ein Thema. Nebenbei gibt es noch die Betreuung des Kerngeschäftes. Lieferketten und -zeiten entziehen sich gewohnter Routine oder sie sind neu aufzubauen. Als Sahnehäubchen gesellt sich die Teuerung dazu, angeführt von Energiekosten. Kurz, die Unternehmens- und Mitarbeiterführung erfährt Anpassungen, die absehbar nicht in Lehrbüchern zu finden sind. Zu neu die Umstände und zu ungewiss scheint die Dauer ihres Bestandes. Einig sind sich Branchenkenner darüber, dass notwendige Transformationen eher von Führungskräften als von Beschäftigten eingeleitet werden müssen.

Internet war gestern

Pinocchio

Metaverse ist morgen, wenn man Trendsettern folgen mag. Zu denen gehört kein geringerer als Mark Zuckerberg, der in optimistischem Vorgriff seinen Konzern bereits in Meta ...

umbenannt hat. Was genau passiert im Metaverse und wozu dient es? Avatar lautet die Antwort. Etwas ausführlicher gesagt liegt die Zukunft der Arbeit im 3-D-Internet. Hier finden künftig beispielsweise die Konferenzen statt. Es wird sich anfühlen, als befänden sich die Teilnehmer im gleichen Raum. Alle sind durch Avatare verkörpert, die mit der individuellen Gestik und Stimme agieren. Um sich kennenzulernen, fährt man mit einer Avatar-Straßenbahn zum Treffen. Der letzte Satz ist eine Blödelei und demzufolge nicht ganz ernst zunehmen. Zuckerberg schwebt eine Integration der virtuellen in die reale Welt vor. Es fühlt sich dank Dreidimensionalität auch viel wirklicher an und Websites verwandeln sich in eigene, miteinander verbundene Welten. McKinsey nimmt für das Metaversum ein Potenzial von bis zu fünf Billionen an. Da ist ein Anfahrerlebnis mit dem Zug nicht zu viel verlangt.

Auf den springen große Unternehmen nur sehr zögerlich, da die technischen Voraussetzungen holpern. Freiberufler aus der Tech-Branche sind da optimistischer. Sie sehen neue Jobperspektiven im Metaverse. Die Wahrscheinlichkeit hierfür besteht durchaus. Es wäre im digitalen Zeitalter nicht das erste Mal, dass nerdige Autodidakten als hoch bezahlte Wegbereiter ein neues Wirtschaftsfeld bestellen.

ENTWICKLUNG UND BEISPIELE

Welcher Kollege darfs denn sein?

Holzpuppe

Bei gutem Betriebsklima spielt meist das Verhältnis zu den Arbeitskollegen eine Rolle. Neuere Untersuchungen zeigen, dass gern Netzwerke geknüpft werden, ...

die Leistung eher mindern als stärken. Wird man im beruflichen Umfeld in Bereichen unterstützt, in denen man ohnehin schon brilliert, führt das nicht zu besseren Arbeitsergebnissen. Umgekehrt gilt, dass die Ergänzung eigener Schwächen durch die Teammitglieder die Gesamtleistung signifikant fördert. Der kritische Leser könnte anmerken, dass dies eine Erkenntnis ist, die schon vor Jahren den Teamgedanken in die Führungsetagen befördert hat. Richtig. Es liegt jedoch in der Natur des Menschen, sich lieber dem zu widmen, wo Anerkennung winkt. Auf der sicheren Seite befindet man sich dabei eher auf Feldern, die man beherrscht oder für die man ein Talent hat. Alte Freunde wissen das, kennen aber auch die weniger glanzvollen Eigenschaften. Also führt der Weg bei neuen Arbeitskameraden vorzugsweise über das Herzeigen der eigenen Schokoladenseite. Es braucht eine Weile, bis man feststellt, dass Bewunderung über Kunststücke funktioniert, Sympathie jedoch eher durch Hilfeersuchen geerntet wird. Daher ist auch ein Netzwerk nützlich, wenn hier Unterstützung in Bereichen gewährt wird, für die man von Natur aus nicht prädestiniert ist. Dafür muss man zuvor die richtigen Ansprechpartner kennengelernt haben.

Manche Betriebe haben bewusst den „lucky lunch“ eingeführt. Mitarbeitende werden einander zur Mittagspause zugelost. Das führt nicht an jedem Tag zur Erweiterung des eigenen Netzwerkes. Man gewinnt vielmehr Übersicht, wer in der Firma wo sitzt und mit welchen Aufgaben er dort betraut ist. Irgendwann steht ein Projekt an, bei dem genau diese Expertise gebraucht wird.

Begehrte digitale Nomaden

Ordnungsprinzip

Sie bleiben länger als normale Ferien dauern und sie lassen mehr Geld als die Einheimischen. Laut Wirtschaftsmagazin Bloomberg geben ortsungebundene Freiberufler an den Stränden tropischer Paradiese rund ...

17 US-Dollar am Tag aus. Das gilt zumindest für Bali, wo die indonesische Regierung ein Modell erwägt, das dieser Personengruppe erlaubt, ihr verdientes Geld im Archipel zu lassen, ohne irgendwo Steuern zahlen zu müssen. Die Laptop-Lebenskünstler sind interessante Zuwanderer. Sie sind gut ausgebildet, ziehen andere nach und verwandeln den jeweiligen Aufenthaltsort nicht eine Ballermann-Zone. Ihre Betätigungsfelder drehen sich um Blockchains, Krypto-Währungen und NFTs, Non-Fungible Tokens, also digitalen Kunstwerken, die durch Seltenheit an Wert gewinnen. Wenn alles gut läuft. Die Aussichten scheinen insgesamt nicht schlecht. Durchaus vorstellbar, dass in solchen Enklaven das Know-how generiert wird, mit dem dann später dem Metaverse Leben einzuhauchen ist.

Übrigens: man muss keine Erkundungstour vor Ort machen. Der künftige Entrepreneur einer Strand-Ich-AG wird auf der Website „Bali.com“ fündig. Die Untermenüs „Nomads & Blockchain Community“ sowie „Living in Bali guide“ informieren relativ umfassend über die Rahmenbedingungen zukünftiger digitaler Nomaden. Unternehmen, die solche Freiberufler suchen, müssen keine Abordnungen in ferne Co-Working-Spaces schicken. Unter „dnxjobs.de“ funktioniert die Suche auch in die Gegenrichtung.

BÜCHER UND ARTIKEL

Alte Zöpfe neu geflochten

Die Erde ist eine Scheibe?

Alles ist längst bekannt, heißt nur anders. Diese Aussage zu Management-Theorien belegt Stefan Kühl, Professor für Organisationssoziologie in Bielefeld, kundig und kurzweilig ...

in seinem Buch „Der ganz formale Wahnsinn“. 111 Einsichten, die in Begriffen von Agilität bis Zynismus sortiert sind, beschreiben die Auswirkung von Management-Ansätzen in Organisationen/Unternehmen. Durch die Art der Aufteilung bietet es sich an, das Paperback auch als Nachschlagewerk zu nutzen. So viel sei verraten. Es lohnt sich. Gut gewählte Beispiele und eine humorvoll kritische Distanz zum Thema setzen das Fachbuch auf Schienen hin zu Unterhaltungslektüre. Es zeugt schon von Chuzpe, wenn Kühl unter dem Oberbegriff Gemeinschaft das Teambuilding eines französischen Verkehrsunternehmens als kreativ zielführend beschreibt. Die Angestellten fuhren das Altmetall des Unternehmens zu einem lokalen Schrotthändler und verwendeten den Erlös auf gemeinsame Kegelabende. Formal betrachtet handelt es sich hier allerdings um persönliche Bereicherung auf Kosten der Organisation. Genau, alles eine Frage der Perspektive. Gut vorstellbar, dass Kühl mit seinen Perspektiven bei manchen Management-Gurus alles andere als Beifall erntet. Eine spannende Diskussionsgrundlage bleibt allerdings garantiert. Kleiner Tipp am Rande: unter https://youtu.be/p3LDABxF96c kann man sich Stefan Kühl anschauen. Das Vortragsthema lautet „Die Tücken der agilen Organisation“.

Kühl, Stefan: "Der ganz formale Wahnsinn", München 2023, Verlag Franz Vahlen, 285 Seiten, 24,90 Euro

Nur die eine Sache

Es gibt nur eines, was wirklich wichtig ist. Was das allerdings ist, muss jeder für sich selber entdecken. Böse Rezensenten könnten schreiben, dass damit schon alles von Gary Keller ...

in seinem Buch „The One Thing“ gesagt ist. Gary Keller steckt in der Tat ein wenig in amerikanisch populärer Sachbuchtradition. Man nehme eine These, vorzugsweise eingängig, und wiederhole sie mannigfaltig in jeweils anderem Kontext. Damit der Leser auch sicher versteht, worauf es Keller ankommt, wird das EINE auch immer in Versalien geschrieben. Verstanden. Es gibt auch die wissenschaftliche Untermauerung, warum man sich prioritär nur um eine Sache kümmern kann. Das menschliche Gehirn ist nicht für Multitasking ausgelegt. Wir arbeiten sequenziell alles nacheinander ab, haben allerdings das Gefühl, wir seien in der Lage, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen. Auch verstanden. Beim Durchlesen der Kapitelüberschriften bimmelt es bisweilen banal. „Seien Sie produktiv“ oder „Verfolgen Sie einen Lebenszweck“. Aha. Mit viel gutem Willen ließe sich schreiben, dass man in Teilen kurzweilig unterhalten wird. Oder man könnte sich darüber freuen, Allgemeinplätze zu lesen, die man schon lange nicht mehr gehört hat. Vielleicht ist der Rezensent auch nur ungerecht kritisch, weil er das EINE vergessen hat - vor der Lektüre des Buches ordentlich gefrühstückt zu haben.

Keller, Gary: "The One Thing", München 2022, Redline Verlag, 256 Seiten, 16,99 Euro

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